An der bretonischen Küste – Regatta und mehr

Es ist nicht ganz leicht, zur Hochsaison an der Küste einen freien Gratis-Platz zu ergattern resp. es gibt gar nicht so viele davon. Oft darf man an diesen Gratis-Stellplätzen maximal zwei Nächte bleiben, was einen gewissen Umlauf ergibt. Wir fanden einen solchen Platz in der Nähe von Trégunc resp. Concarneau, sogar in der ersten Reihe, d.h. mit Blick aufs Meer.

ein Platz in der ersten Reihe

Fantastic Vent im Einsatz

Das Wetter ist so warm, dass wir abends immer wieder unseren verschmähten Fantastic Vent benutzten (Deckenlüfter). Als es draussen kühl war, war er ein ständiges Ärgernis, weil dauernd irgend etwas daran kondensierte und dann tropfte. Jetzt, wenn es draussen tagsüber über 30°C heiss wird und in unserer gut isolierten Aufbaukabine noch wärmer, ist er wirklich hilfreich. Wir stellen ihn so ein, dass er die warme Luft nach draussen befördert und über die offenen Fenster und die Aufbautüre kalte Luft herein zieht. So kühlen wir abends das Innere unseres «erhitzten» Aufbaus recht schnell ab und konnten bis jetzt immer gut schlafen.

Küste

An unserem Stellplatz hat es eine Ecke mit Sandstrand, doch der Grossteil der Küste besteht aus rundgeschliffenen Felsblöcken. Die Wassertemperatur beträgt etwa 22°C, natürlich nicht ganz so warm wie das Mittelmeer. Wir kamen mit einer Einheimischen ins Gespräch als wir unsere Füsse zum Testen hinein steckten und sie erzählte, dass es aktuell wirklich sehr warm hier sei und schwärmte generell, wie schön es hier sei.
(wie immer: Damit die Bilder grösser und schärfer werden, aufs erste Bild klicken)

Am ersten Abend hatten wir auch einen schönen Sonnenuntergang, wir kamen gar nicht aus dem Staunen heraus. Das Tüpfchen auf dem i war dann noch ein alter Segler, der mit dem letzten Windhauch vor der Küste kreuzte.

Concarneau

Am zweiten Tag unternahmen wir eine Velotour in die nächst grössere Stadt namens Concarneau sowie ins Hinterland. Concarneau hat eine noch grösstenteils intakte Ringmauer um die Altstadt, die begehbar ist. Die Altstadt ist voll mit Touristen und zu unserer Überraschung trugen fast alle Leute auch im Freien eine Maske resp. hielten sich an die Maskenregel. Man ist auch hier vorsichtig.
Und wie wir ebenfalls entdeckten, ist die Stadt ist ein regionales Mekka des Segelsports, mehr dazu etwas weiter unten.

Regatta – Nils Palmieri

In Concarneau werden viele Regatten entlang der bretonische Küste durchgeführt. Es hatte auch während unserer Velotour viele beflaggte Segelyachten an den Stegen. Wir entdeckten, dass am nächsten Tag ein 380sm (ca. 500km) lange Einhand-Regatta (Solo-Rennen) mit einem Einheitsboot vom französischen Typ Bénéteau Figaro 3 gestartet würde, d.h. alle Skipper segeln den gleichen Bootstyp. Die Regattayacht ist rund 10m lang, 3.4m breit und hat eine Verdrängung von nicht ganz 3 Tonnen. Das Spezielle am Boot sind die ausklappbaren Seitenschwerter, die dem Boot zusätzlichen Auftrieb verleihen, es zwar nicht zum Foilen bringen, aber doch das Boot etwas anheben und dadurch den Widerstand reduzieren.
Natürlich wollten wir den Start live verfolgen. Wir parkten deshalb am nächsten Morgen unseren Jupi bei einem Einkaufszentrum in der Nähe, kauften dort noch wunderbares frisches, dunkles Brot für das Frühstück und machten uns danach mit den Velos auf den Weg zum Hafen. Dort war viel los, die Boote wurden vorbereitet, letzte Einstellungen vorgenommen, einige Skipper und Skipperinnen waren auch im Mast beschäftigt.
Es hatte eine Startliste, auf der 33 Namen gelistet waren, davon 5 Frauen. Wir fragten jemanden von der Regattaleitung, ob auch Schweizer dabei wären und erhielten die Antwort: «Ja klar, Nils. Er ist ein total sympathischer Typ und hat erst kürzlich eine andere Regatta hier gewonnen. Dort ist sein Boot.» Wir schlenderten danach weiter herum und plötzlich kam die Person von der Regattaleitung wieder, erwähnte, Nils sei jetzt hier, brachte uns zu ihm und stellte ihn uns vor. Wir waren völlig verblüfft, standen wir doch nun vor einem Profi-Segler, der aus der Region Montreux stammt und jetzt aber hier in der Bretagne lebt. Er war wirklich total sympathisch und wir plauderten sicher eine halbe Stunde mit ihm, bevor er aufs Boot musste. Danach blieben wir bis zum Auslaufen der Boote mit seiner Begleiterin zusammen. Sie lebt hier in Concarneau, war ebenfalls sehr sympathisch sowie gesprächig und gab uns noch diverse Tipps für unsere weitere Tour.
Den genauen Ort des Starts konnte uns niemand so genau beschreiben: «Irgendwo in der Bucht von Concarneau.», hiess es. Wir fuhren mit unseren Velos den Booten nach, dann wieder quer durch die Stadt zurück und über diverse Hügel bis ans Kap Coz. Am Schluss hatten wir wieder über 40km auf dem Zähler.
Was für ein interessanter und abwechslungsreicher Tag.

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2 Antworten

  1. Andi&Silvia sagt:

    Hoi zäme,
    ja, das ist aber spannend mit der Regatta!
    Wir sind, wie Ihr wisst, sicher noch bis 25. Aug. in der CH, denn am 22. 8. feiere ich ja meinen 60. mit Familie und Freunden.
    Aber je mehr Bilder ich vom Ausland sehe, desto mehr reist es mich hier weg!
    Weiterhin gute Reise.
    En liebe Gruess!

    Andi und Silv

    • bvision sagt:

      Hallo ihr zwei Segler
      Die Schweiz ist natürlich auch ein wunderschönes Reiseland, doch man sucht ja auch das Andere. Und hier in Frankreich gibt es so viel, was die Schweiz nicht hat, es gefällt uns extrem gut, wir können es nur empfehlen. Und es ist nicht so eng wie zu Hause. Selbst jetzt in der Hochsaison finden wir in der Bretagne immer einen Stellplatz, vielleicht nicht zuvorderst am Sandstrand, aber dort windet es auch immer am stärksten.
      Und wenn man vom Segelvirus infiziert ist, kribbelt es hier an der bretonischen Küste immer. Ich war ja meistens in der Ostsee und etwas Nordsee unterwegs, hier ist aber auch ein geniales Revier.

      Liebe Grüsse
      Bettina und Reto

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