Istanbuls Wasserfronten und Liebes-Tee

Istanbul ist die einzige Stadt unserer Erde, die auf zwei Kontinenten liegt. Getrennt werden die beiden Hälften durch den Bosporus, eine 30km lange, zwischen 700 und 2’500m breite und 36 und 124m tiefe Meeresenge, die Europa und Asien trennt. Der Bosporus kommt aus dem Schwarzen Meer und fliesst in das Marmarameer, welches wiederum durch die nächste Meeresenge, die Dardanellen, ins Mittelmeer entwässert. Die Dardanellen hatten wir ja schon vor ein paar Tagen mit Jupi überquert, jetzt wollten wir eine Bootsfahrt auf dem Bosporus machen, allerdings ohne Jupi. Wir hatten erneut Wetterglück, strahlendblauer Himmel, angenehme Temperaturen und kein nennenswerter Seegang.

Startpunkt war das „Goldene Horn“, ein Seitenarm des Bosporus

Nach dem Ablegen hatte es sofort unzählige Möwen um das Ausflugsboot herum. Sie wussten wahrscheinlich, dass sie hier einfach an Futter kamen. Am Anfang fanden wir diese Möwen natürlich genial, konnte man doch interessante Bilder machen. Doch als wir dann Istanbuls Wasserfront fotografieren wollten, hatten wir weniger Freude, flogen sie einem doch dauernd durch das Bild…

Doch manchmal hatten wir Glück und irgendwie passten sie dann doch ins Bild, wie hier vor der mittleren der drei Hängebrücken, die über den Bosporus führen.

Am Ufer gibt es viele schöne, ältere Bauten und natürlich auch Moscheen. Doch auch die moderne Skyline von Istanbul mit ihren Wolkenkratzern hat ihren Reiz.

Gestern Abend hatten wir diese Moschee schon in der blauen Stunde gesehen und der Pfeiler dahinter war in rotes Licht getaucht.
modernes Istanbul

Fasziniert haben uns auch immer wieder die grossen Frachter und Supertanker, die durch diese Meeresenge hindurchfuhren. Von den Dimensionen her entspricht der Bosporus etwa dem Murten- oder Hallwilersee, man stelle sich vor, dort würden solche Mega-Schiffe durchfahren…

Supertanker unter der Bosporus-Brücke

Hinter diesen grossen Booten, manchmal auch davor, fuhr immer ein Boot der Küstenwache, um im Notfall eingreifen zu können. Auch waren die Anker der Supertanker immer klar zum Absenken, so dass das Schiff bei Maschinenausfall nicht führerlos umhertreiben kann.

Supertanker im Gegenlicht, auf dem Weg ins Schwarze Meer.

Nach der gut 90 minütigen Fahrt auf dem Bosporus besuchte wir noch den ägyptischen Basar. Der Name stammt wahrscheinlich davon, dass er mit ägyptischen Steuergeldern erstellt wurde, denn Ägypten gehörte früher zum Osmanischen Reich und war tributpflichtig. Andere Quellen erwähnen aber auch, dass der Name daher stamme, weil hier ägyptische Gewürze verkauft wurden.

Auch heute kann man hier vorallem Gewürze kaufen, daneben auch Tee und Schmuck. Wir hatten diesen, auch Gewürzbasar genannten ägyptischen Basar, bereits gestern mit Elisabeth besucht und dabei leckere Datteln sowie super gute Feigen aus Afghanistan gekauft. Und natürlich durften auch einigen Süssigkeiten nicht fehlen. Das Gute an so einem Basar ist, dass man die meisten Esswaren zuerst probieren kann, bevor man sie kauft. Heute wollten wir in aller Ruhe noch einmal durch die Hallen streifen

Gewürz- und Teestand

Interessant war, dass es auf fast jedem Stand eine Teemischung namens „Love Tea“ gab…

Dies war unser letzter Tag in Istanbul, dieser unglaublich lebendigen Stadt. Elisabeth, die auch schon in Moskau gelebt hatte, meinte dazu: „Moskau ist ja wirklich eine nie ruhende Weltstadt, aber verglichen mit Istanbul fühlt sie sich wie eine Schlafstadt an.“

Wir verlassen jetzt dann mit Jupi unseren Parkplatz beim Kongresszentrum von Istanbul und nehmen Kurs Richtung Griechenland, wo wir in Igoumenitsa die Fähre nach Italien nehmen wollen. Von dort aus fahren wir dann direkt in die Schweiz.

Unser Jupi / Bimobil EX 366 auf dem Parkplatz des Kongresszentrums in Istanbul; trostlos aber sehr praktisch und in der Nacht mehrheitlich ruhig

In der Schweiz wollen wir neben dem Besuch unserer Familie vorallem notwendige Wartungsarbeiten an Jupi durchführen um danach problemlos dem Wintercamping fröhnen zu können. Am allerwichtigsten für uns ist eine neue Aufbaubatterie. Dazu haben wir einen 200Ah LiFePO4 Liontron Akku bestellt, der fast perfekt an den Platz passt, wo jetzt unser 120Ah AGM Akku steht, der sozusagen aus dem letzten Loch pfeift…

Mehr dazu in einem späteren Beitrag.

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