Kelten-Siedlungen und Abstecher nach Portugal

Nach dem Kap Finisterre fuhren wir weiter Richtung Süden, unser Ziel war die Nikon-Vertretung in Lissabon, um dort das heruntergestürzte Zoom-Objektiv reparieren zu lassen. Auf dem Weg zur portugiesischen Grenze besuchten wir noch zwei Keltensiedlungen an der spanischen Atlantikküste.

Kelten

Die erste Siedlung namens Castro de Baroña lag zu unserer Verwunderung direkt an der Küste. Bei starkem Seegang, resp. starken Herbst- und Winterstürmen hatten wir das Gefühl, dass dieses Gebiet trotz einer leichten Erhöhung nicht trocken bleiben würde. Aber vielleicht war es ja «nur» eine Sommer-Siedlung? oder die Küste lag damals weiter draussen?

Gemäss Wikipedia stammt die Siedlung aus der Eisenzeit, d.h. dem 1. Jh. vor unserer Zeitrechnung und wurde 1933 (wieder) entdeckt und 1984 ausgegraben. Man sieht von rund 20 Rundhäusern die Hüttenfundamente, d.h. etwa eine ein Meter hohe Steinmauer.
(wie immer auf ein Bild klicken, um es schärfer und grösser anzuschauen)

Es ist eindrücklich, aber ehrlicherweise haben uns die Fischer auf dem offenen Meer mindestens so stark interessiert. Von den Booten werden Körbe im Meer versenkt und später an einer Leine wieder hervorgeholt, in der Hoffnung es hätte dann Krustentiere darin. Und am Abend erlebten wir einmal mehr einen fantastischen Sonnenuntergang.

Die zweite Siedlung namens Castro Santa Trega lag direkt an der portugiesischen Grenze, d.h. zwischen dem Grenzflusses Rio Miño und dem Meer, aber diesmal auf mehreren hundert Meter Höhe. Dieser Ort ist absolut sicher, bis hier kamen die Wellen sicher nie, tsunamisicher…

Gemäss Wikipedia wurde diese Siedlung, die sich über das ganze Hügelgebiet ausdehnt, 1913 beim Bau einer Schnellstrasse entdeckt und auch in den 1980er ausgegraben, auch diese Keltensiedlung soll aus der gleichen Epoche wie diejenige von Castro de Baroña stammen.
Was diese Stätte für uns interessant machte war, dass einerseits eine Rundhütte nachgebaut wurde und man wirklich sah, wie das ausgesehen haben könnte und andererseits, dass es an verschiedenen Stellen QR-Codes hatte, die jeweils auf einen Audioguide verlinkten, auch in französischer und englischer Sprache.

In der Nacht versuchte ich dann noch ein paar Mondscheinfotografien mit meinem Superweitwinkel zu machen (15mm Brennweite).

Vorratsspeicher und Dolmen

Während wir in Asturien immer wieder Holzspeicher auf Steinplatten gesehen hatten, waren hier in Galizien die Speicher viel kleiner, dafür aber aus Stein, also Steinspeicher auf Steinplatten. Sie scheinen noch heute als Vorratsspeicher benutzt zu werden.
Auf einer Velotour in dem Gebiet um Porto do Son sahen wir besonders viele. Auch einen Dolmen besuchten wir auf dieser, d.h. ein Grab, das aus grossen unbehauenen Stein besteht. Und was wir auch vermehrt sahen waren Orangen-, Mandarinen und Granatapfelbäume. Weiter besichtigten wir auch die grosse Wanderdüne von Corrubedo mit einem grossen Verbotsschild bezüglich Betreten verboten. Daneben dann viele frische Fussspuren…

Abstecher nach Portugal

Die Nordgrenze zwischen Portugal und Spanien ist der Rio Miñho. Vom Fuss der Keltensiedlung Castro Santa Trega gäbe es sogar eine Fähre über diesen breiten Fluss, doch sie war an unserem Wochenende nicht in Betrieb. Da der Dieselpreis in Portugal 20 – 30 Cents höher ist als in Spanien, tankten wir Jupi nochmals voll.

in Portugal (Handybild aus dem fahrenden Jupi)

In Vila Nova de Cerveila kamen wir über die Grenze. Sofort fiel uns auf, dass die Hauptstrassen doch in einem erheblich schlechteren Zustand sind als wir es von Spanien oder Frankreich gewohnt waren. Überall gab es Risse und teils rechte Schlaglöcher. Auch scheint es nur entweder gebührenpflichtige Autobahnen oder normale Hauptstrassen zu geben, kostenlose Schnellstrassen wie in Spanien oder Frankreich gab es auf unserer Route nicht. Eine Ortschaft folgte der nächsten, wir fühlten uns fast etwas in die Schweiz versetzt.

Lissabon – Nikon-Vertretung

Nach zwei Tagen hatten wir Lissabon erreicht. Wir mieden die gebührenpflichtigen Autobahnen und nahmen es gemütlich über die Hauptstrassen, wo es in vielen Dörfern nur langsam vorwärts ging. In Lissabon übernachteten wir auf einem Parkplatz bei einem grossen Einkaufszentrum in der Nähe des Flughafens und waren überrascht, wie ruhig es in der Nacht war.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann kurz nach acht mit Jupi los, mitten in die Stadt in die Nähe der Nikon-Vertretung. Dort angekommen fanden wir aber an besagter Adresse kein Nikonschild, nur dasjenige einer Imobilienfirma, die auch noch geschlossen war. Ich rief dann die Nikon-Vertretung von Portugal via Telefon an, wo man mir mitteilte, dass ihre Vertretung nicht mehr existiere und ich mein Objektiv bitte bei meinem Händler zur Reparatur abgeben solle. Ich erklärte dann unser Problem, dass wir vorderhand nicht in die Schweiz zurückkehren werden und ich das Objektiv hier reparieren möchte. Man erklärte mir dann, dass dies nicht möglich sei, in Portugal würden keine Kameras und Objektive repariert sondern alles nach Barcelona geschickt.

Oje, das würde dann aber sehr kompliziert und wohl auch lange dauern. So beschlossen wir, die Reparatur fürs erste sein zu lassen und ev. am Black Friday online ein Ersatzobjektiv zu kaufen.

Cabo da Roca

Das Kap Cabo da Roca liegt etwa 30km westlich von Lissabon und ist der westlichste Punkt von Festlandeuropa, westlicher geht nicht ohne Fähre oder Flieger. Diesen Punkt wollten wir natürlich besichtigen. Etwas Bauchweh bereiteten uns allerdings die vielen Berichte von Einbrüchen in die Camper, die wir in unserer Stellplatz-App lasen. Aus diesen Grund unternahmen wir dort keine grossen Touren oder Wanderungen sondern blieben immer in der Nähe von Jupi. Es war aber wunderschön, vorallem hatten wir einmal mehr einen wunderbaren Sonnenuntergang.
Mondscheinfotografie war dann leider wegen dem zu starken Licht des Leuchtturms nicht möglich.

Zurück nach Spanien

Von diesem westlichsten Punkt aus wollten wir eigentlich noch die Stadt Sintra besuchen, wo wunderschöne Jahrhunderte alte Paläste stehen, d.h. früher wohnten hier die Schönen und Reichen. Doch trotz intensivem Suchen fanden wir keinen für uns akzeptablen Parkplatz resp. dort wo es Platz gehabt hätte, lasen wir dann wieder von Einbrüchen in Camper, die wenige Tage davor stattfanden.

So liessen wir Sintra sein und entschlossen uns, wieder nach Spanien zurück zu kehren. Wir fuhren wieder nach Lissabon rein zu unserem Parkplatz beim Einkaufszentrum, wo wir unsere Vorräte ergänzten und Artikel fanden, die in Spanien nicht aufzutreiben waren wie z.Bsp. Polenta. Nach einer weiteren ruhigen Nacht auf dem Einkaufszentrum-Parkplatz verliessen wir Lissabon über die längste Brücke von Europa, die 17km lange Ponte Vasco da Gama. Sie führt über den Rio Tejo und wurde 1998, anlässlich der Expo’98 in Lissabon eröffnet. Der Expo’98, anlässlich der ich von Januar 1997 – Mai 1998 als Skipper der Segelyacht Best of Boingo des SSORT zusammen mit rund 50 anderen Booten die Welt umrundete. Wieder einmal schliesst sich ein Kreis.

Kurz vor Elvas, der letzten portugiesischen Ortschaft vor Spanien, mussten wir dann doch noch für Euro 1.60 Tanken, es wäre zu knapp geworden. Hier fanden wir auch einen schönen Platz zum Übernachten und besichtigten am nächsten Tag noch etwas die Stadt, bevor wir über die Grenze nach Badajoz fuhren.

Begegnungen auf dem Stellplatz in Badajoz

Auf dem Stellplatz von Badajoz begrüssten uns zu unserer Überraschung Ursula und Markus, die wir im Juni in Les Ponts du Martel im Neuenburger Jura kennen lernten. Sie leben zur Zeit auch in ihrem Wohnmobil, haben ihr «festes zu Hause» im Kanton Zürich möbiliert vermietet, bis im Januar. Wir sitzen dann noch lange zusammen in ihrem grossen Carthago Wohnmobil, schwatzen über unser Erlebtes und tauschen E-Mailadressen sowie WhatsApp-Kontaktdaten aus.

Dann ist wieder einmal Waschtag, wir fahren mit Jupi zwei Waschsalons an, der zweite passt uns, sieht sauber und recht neu aus und hat viele Maschinen. Leider gehen dann von den vier Wäschetrockner zwei defekt, so dass es davor zu einem Stau kommt – aber wir haben ja Zeit.
Als wir zum Stellplatz zurückkommen treffen wir das tschechisches Kletterer-Paar mit Kind in ihrem 30-jährigen Bimobil wieder, wir hatten sie vor einigen Wochen in den Picos in Spanien getroffen. Sie befürchten einen erneuten Lockdown mit Grenzschliessung nach Portugal und wollen deshalb bald nach Portugal weiterreisen, wo über Weihnachten-Neujahr Verwandte einfliegen sollen.

Probleme mit Heizung – Fehler E122H

An zweiten Abend in Badajoz will plötzlich unsere Heizung resp. der Boiler nicht mehr starten (Truma Combi 6d). Immer erscheint die Fehlermeldung E122H. Gemäss Bedienungsanleitung bedeutet dies, dass der Dieseltank leer sei und sie kein Diesel mehr bekomme. Dies kann aber nicht sein, wir haben ja gerade erst getankt.
Wir surfen dann ein wenig im Internet herum und stellen fest, dass diese E122H-Meldung ein bekanntes Problem zu sein scheint und dann auftritt, wenn man die Heizung zu wenig auf Volllast betreibt, es verkohlen dann die Glühstifte, die den Diesel zünden sollten. Eigentlich solle die Heizung jeden Monat mindestens eine Stunde auf Vollast laufen, damit sich der Glühstab vom Russ befreien kann. Wir erinnern uns, dass dies auch von Tartaruga empfohlen wurde, unserem Schweizer Bimobilhändler. Nach mehrmaligem «Chüderlen» springt sie dann plötzlich wieder an. Wir stellen sie auf 30°C ein, öffnen alle Fenster sowie die Aufbautür und lassen sie eine Stunde laufen. Und wir nehmen uns vor, sie nun jeden Monat einmal auf Vollast laufen zu lassen, machen uns eine entsprechende Notiz in unser Buch.

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