Leuchtendes Rügen

Auf unserer Reise Richtung Russland und Mongolei wollten wir noch die Insel Rügen besichtigen. Mit einer Ausdehnungen von ca. 50 x 40 km (Ost-West x Nord-Süd) besitzt sie eine Fläche von 926 km2. Am Kap Arkona, dem nördlichsten Punkt Rügens, war ich als Skipper schon oft vorbeigesegelt, aber weder Bettina noch ich hatten bis jetzt je einen Fuss auf die grösste Insel Deutschlands gesetzt. Während es auf der Müritz trotz schönem Segelwind noch sehr ruhig war, wurde auf Stralsund bereits intensiv gesegelt und wir kamen gerade rechtzeitig um die verschiedenen Starts einer Regatta zu verfolgen. Stralsund liegt zwar noch auf dem Festland, doch auch auf Altefähr, der andern Seite des Strelasundes, welcher die Insel vom Festland trennt, sahen wir einige Segelyachten und Katamarane in Aktion.

In Stralsund liegt seit 2003 auch die Gorch Fock 1, dies ist ein als Bark getakeltes Segelschulschiff und der Vorgänger der aktuell noch aktiven aber in Revision befindlichen Gorch Fock 2. Von dieser Gorch Fock 2 war in letzter Zeit immer wieder die Rede, einerseits weil es 2010 zu einem tödlichen Unfall kam, als eine Offiziersanwärterin aus der Takelage zu Tode stürzte und es danach beinahe zu einer Meuterei kam. Anderseits weil die Kosten für die Grundinstandsetzung (Sanierung) deutlich höher ausfallen als ursprünglich geplant, es grosse Korruptionsvorwürfe gibt und die ausführende Werft in der Zwischenzeit Pleite gegangen ist.

Auf Rügen sahen wir auch bereits Surfer und Kiter in Aktion, dies vorallem in den Boddengewässer, die teilweise nur knietief sind. Jetzt waren die Segler noch dick in Neopren eingepackt, doch im Sommer ist es sicher viel wärmer als jetzt anfangs Mai bei kräftigem und kühlem Wind aus Nord.

Bereits auf der Hinfahrt durch Deutschland nach Rügen fielen uns die vielen und teilweise sehr grossen, leuchtenden Rapsfelder auf und auch auf Rügen selbst sahen wir sehr viele und grosse dieser gelb strahlenden Felder. Zusammen mit den grünen Wälder und Wiesen sowie dem oft blauem Himmel gab dies sehr schöne Szenerien. Auf Kap Arkona, dem nördlichsten Punkt der Insel zusammen mit dem teilweise rot gestrichenen Leuchtturm kam noch ein weiterer Farbtupfer dazu.

Kap Arkona

Neben Kap Arkona interessierte uns vorallem die Steilküste mit den Kreidefelsen auf der Ostseite. Auf unseren Wanderungen auf dem Hochuferweg hatten wir oft das Gefühl an einem sehr exotischen Ort zu sein, so schön grün leuchtete das Wasser unter uns. Auch die grossen Buchenwälder waren sehr beeindruckend, sie leuchteten extrem grün. Wahrlich, eine in vielen belangen „leuchtende“ Insel.

Im Landesinnern wird nach wie vor Kreide abgebaut, die Werke gehören gemäss Wikipedia einer Schweizer Firma namens „Omya AG“. Pro Jahr werden rund 500’000 Tonnen davon abgebaut und finden unter anderem Verwendung als Düngekalk, als Schlämmkreide für die Farbenindustrie sowie für die Wellness- und Alternativindustrie. Überhaupt keine Kreide wird übrigens für Wandtafelkreide verwendet, die besteht ausschliesslich aus Gips.

Per Zufall entdeckten wir, dass von März bis November ein Sandskulpturen Festival in Binz stattfand. Unglaublich, was die Künstler nur aus Sand erzeugt haben und wie lange diese Skulputuren stabil bleiben. Wer erkennt die Geschichten hinter den Figuren?

Wenn immer möglich gehört auch eine Fährüberfahrt auf unseren Reisen dazu, deshalb wählten wir die Route für die Rückfahrt entsprechend über Wittow, um dort für ein kurzes Stück die Fähre benutzen zu können.

Jupi auf der Wittower Fähre

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