Schwebefähre Rochefort, Île d’Oléran

Schwebefähre von Rochefort

Rochefort ist ein Städtchen mit etwa 25’000 Einwohner am Fluss Charente. Gemäss Wikipedia wurde es im 17. Jahrhundert wegen seiner günstigen Lage als Marinestützpunkt ausgewählt. In der Folge wurden hier Werften und Häfen errichtet, davon ist heute allerdings nur noch wenig übrig.

Uns interessierte die Schwebefähre, die hier 1900 in Betrieb ging. Eine Schwebefähre ist eine frei schwebende Brücke, die an einem 50m über dem Fluss liegenden Schienenfahrzeug befestigt ist. Dieses Schienenfahrzeug wird wie eine Standseilbahn mit einem Kabel auf den Schienen hin- und hergezogen, einfach 50m über dem Wasserspiegel. Interessant ist, dass der Antrieb dafür nicht oben beim Schienenfahrzeug montiert ist, sondern die Zugkabel nach unten gelenkt werden und dort durch das Dach in das Innere des Betriebsgebäudes geführt werden. Früher sorgte dort eine Dampfmaschine für den Antrieb, heute ein Elektromotor.
Eine Schwebefähre ist eine interessante Konstruktion, wenn der Fluss für hohe Schiffe frei bleiben muss. Früher fuhren nicht nur Menschen sondern auch Pferdegespanne mit, sogar neun Autos konnten darauf parkieren. Seit Ende der siebziger Jahre gibt es allerdings für diese eine moderne Beton-Hochbrücke.
(wie immer: Bild anklicken, damit es scharf und gross sichtbar wird)

Wie wir entdeckten, hatten wir Glück, denn die ganze Anlage wurde die letzten Jahre generalsaniert und ging erst letzten Herbst wieder in Betrieb. Alle Tragkabel wurden ausgewechselt, aber auch der komplette horizontale Teil ausgewechselt, sozusagen der feste Teil der Brücke. Dazu konnten sich einige Künstler verwirklichen, so auch «unsere» Titelfigur für diesen Beitrag. Eine Ballerina schwebt vor der Schwebefähre, wenn man als Fotograf am richtigen Ort steht…

Nach Rochefort fanden wir einen sehr ruhigen Übernachtunsgplatz, ganz für uns alleine. Einmal mehr fanden wir bestätigt, dass wenn man nicht zuvorderst am Meer sein will, es sofort viel weniger Leute und Camper hatte. Wir benutzten den Platz zwei Nächte und waren immer alleine.

Zitadelle / Festung von Hiers-Brouage

Nicht weit von unserem wunderbaren Stellplatz liegt das Örtchen Hiers-Brouage, mit dem Velo «querfeldein» in 30 Minuten erreichbar. Noch im 17. Jahrhundert thronte dieses 4m über dem Meeresspiegel liegende Festungs-Städtchen auf einem vorgelagerten Inselchen an der Atlantikküste und lebte unter anderem vom Fischfang. Heute ist das Meer rund 4km entfernt und das Land rund herum versandet und das Städtchen lebt vorallem von den Touristen. Man kann fast auf der gesamten Ringmauer um die Stadt herum spazieren und diese Ringmauer ist rund 10 – 20m breit, d.h. aussen Mauer, innen Mauer und in der Mitte Erde. Interessant ist auch ein gedeckter Hafenplatz, unterirdischer Hafen genannt. Scheinbar gab es schon früher Gründe, sich zu schützen.
Bei unserem Besuch windete es ziemlich stark, doch wir wollten die Festung auch aus der Vogelperspektive sehen. Aus diesem Grund kamen wir am nächsten Morgen gegen acht Uhr nochmals, als der Wind noch nicht so stark blies und liessen unseren «Vogel» steigen. Aus der Drohnenperspektive sieht das Städtchen mit seiner Ringmauer eindrucksvoll aus, rund herum sieht man auch die ehemaligen Becken der Salzgewinnung, diese werden heute allerdings nicht mehr genutzt.

Insel Île d’Oléran

Dies ist die grösste Atlantikinsel von Frankreich, misst in der Länge 34km und an der breitesten Stelle 12km. Wie auch die Île de Ré ist sie mit einer fast 3km langen Brücke mit dem Festland verbunden, dieses Mal ist die Brücke allerdings gebührenfrei.

Wir besuchten sie erneut mit dem Velo und hatten am Schluss über 90km auf dem Zähler. Das Wetter war strahlend blau und mit dem Wind hatten wir Glück, denn auf der Fahrt ganz in den Westen blies er von vorne, auf der Rückfahrt hatten wir dann aber fast ausschliesslich Rückenwind, sehr angenehm für die langsam müde werdende Muskeln. Da der Wind nicht zu stark bliess, nahmen wir auch unsere Drohne mit und liessen sie ein paar Mal steigen, um die Landschaft von der Vogelperspektive aus zu sehen.

Ganz im Osten hat es verschiedene Becken zur Salzgewinnung, man könnte fast sagen: Schon wieder. Doch aus der Luft sehen diese Becken einfach faszinierend aus.

Und ganz im Nordwesten der Insel von Oléran thront der Leuchtturm Phare de Chassiron. Er ging 1836 in Betrieb und ist mit 43m Höhe etwas kleiner als derjenige auf der Nachbarinsel Île de Ré. Aber mit seinen schwarzen und weissen Ringen sieht er sehr fotogen aus, es wimmelte auch entsprechend von Leuten. Man kann ihn besichtigen, nach 224 Stufen ist man ganz oben und kann dort die Aussicht geniessen. Wir schickten unsere Drohne los und hatten so einen noch umfassenderen Blickwinkel.

Unterwegs hatte es immer wieder schmucke Ortschaften und wunderbare Sandstrände mit Strandkatamaranen. Man konnte solche an diversen Stellen mieten, auf dem Wasser sahen wir allerdings nur ganz wenige. Doch dies ist auch die letzte Ferienwoche für die meisten Franzosen, ob sie schon am Packen sind? In den Ortschaften sahen wir aber immer noch viele Leute.
Auf unserer Velo-Rundfahrt hat uns besonders die letzte Ortschaft namens Le Château-d’Oléran gefallen. Hier gibt es einen Hafenbereich, der sich Austernhafen nennt, in dem heute aber vorallem Kunsthandwerk und Essen angeboten werden. Es sieht aber sehr schmuck aus.

Waschtag

Wieder einmal ging uns unsere saubere Wäsche zur Neige und wir mussten einen Waschtag einlegen. In Frankreich ist dies wirklich einfach, denn bei sehr vielen Supermärkten stehen oft drei Maschinen: Eine sehr grosse Waschmaschine à 18kg und eine etwas weniger grosse à 8kg sowie ein sehr starker und grosser Tumbler zum Trocknen. Praktisch ist auch, dass man fast immer mit Kreditkarte bezahlen kann. Auch in der App «Park4Night» sind sie oft eingezeichnet.

Unsere Waschmaschinen in Marennes gegenüber der Île d’Oléran mussten wir allerdings ziemlich suchen, denn sie standen nicht wie angegeben auf dem Parkplatz vom Einkaufszentrum Leclerc sondern neben dessen Waschanlage. Die grosse Maschine fasste 18kg, zwei Durchgänge mit dieser genügten uns und schon war wieder alles sauber (je einmal 60°C und 40°C). Dann noch zwei Durchgänge zum Trocknen und schon waren wir durch. Da wir unsere Sportwäsche an der Luft trocknen wollten, fuhren wir mit Jupi, unserem Bimobil EX366 noch weiter in den Süden an einen etwas abgelegenen Wald-Parkplatz.

Wir waren zwar alleine, doch zu unserer Überraschung hatte es auf dieser Nebenstrasse recht viel Verkehr, vorallem fuhren die Autos sehr schnell. In der Nacht war es dann aber sehr ruhig. Leider hatten wir dort aber keinen Internet-/Smartphoneempfang, so dass wir am nächsten Morgen sofort weiter fuhren.

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