Sonnenuntergänge und Fliegen – La Rochelle und Ile de Ré

Nun stehen wir mit Jupi schon seit einer Woche am gleichen Ort, einem kleinen Parkplatz einige Kilometer nördlich von La Rochelle. Nur für unseren Wocheneinkauf sowie Wasser bunkern / entsorgen haben wir uns einmal bewegt. Um uns hat es eine Hecke, die vor dem manchmal stärkeren Wind schützt. Vor uns das Kliff Pertuis Breton, danach der Atlantik, je nach Ebbe und Flut ganz nahe oder weiter draussen. Und wenn wir immer weiter westlich gingen, würden wir erst in Neu-Schottland/Kanada wieder Festland vorfinden. Einfach wunderschön und zu unserer Überraschung überhaupt nicht überlaufen.
(wie immer: Bild anklicken, um es schärfer und grösser zu sehen)

Muscheln schaufeln

Bei Ebbe sieht man weit ins Meer hinaus, die Küste ist sehr flach und felsig, kein Sandstrand. Scheinbar lieben dies die Muscheln, denn bei Ebbe sahen wir immer wieder Leute mit einer Art Netz-Schaufel (einem Netz, das um eine Konstruktion in der Form einer grossen Schaufel gezogen ist) ins Meer hinaus waten und diese dort am Grund hin- und herschieben um Muscheln zu ergattern. Also effektiv sahen wir es nicht mit unseren eigenen Augen, denn es war zu weit weg. Doch ich liess dazu unsere Drohne auf Erkundung gehen.

Allzu gross schien der Erfolg der Muschelsucher nicht zu sein. Ich hatte das Gefühl, dass ihre kleinen Behältnisse mit denen sie zurückkamen, meistens leer waren…

Fliegen am Kliff Pertuis Breton

Immer wieder sah ich Möwen und andere Wasservögel entlang des Kliffs fliegen, ohne Flügelschlag die Höhe haltend. Eines Tages war sogar ein Gleitschirmpilot hier, der dem Kliff entlang hin und her flog. Allerdings nicht sehr lange, immer wieder landete er unten am Ufer, sein Schirm oft nass. Ob hier mein Modellflieger auch fliegen würde? Am Sonntag stimmte die Windrichtung und auch die Stärke. Tatsächlich konnte ich 1 Std. 35 Min. in der Luft bleiben, bei nur 1 Min. 35 Sek. Motorlaufzeit, genial. Und immer wieder hatte ich Begleitung von Möwen, insbesondere eine braune hatte Gefallen an meinem Phoenix V2 2000 gefunden. Bettina holte dann noch unseren Lenkdrachen und schickte auch ihn in die Lüfte.

La Rochelle

Ich war bisher ein Mal im Februar 1997 in La Rochelle. Dies nach einem Mastbruch auf der Segelyacht Best of Boingo auf der Etappe von Madeira nach den kanarischen Inseln, anlässlich der Expo98 Round the World Rally. Ich musste dem hier ansässigen Masthersteller etwas Beine machen und danach den Transport nach Cadiz begleiten – aber das ist eine andere Geschichte. Auf jeden Fall habe ich seither immer davon geträumt, wieder in diese Stadt mit dem wunderschönen Hafen zurückzukehren.

Nun war es endlich soweit, doch wie so oft bei Träumen ist dann die Realität etwas härter. Das Wetter war leider grau in grau und es wimmelte nur so von Leuten, scheinbar hatten sehr viele die gleiche Idee wie wir. Selbst ohne Corona sind mir solche Menschenmassen zuwider… Doch der Hafen mit seinen Türmen gefiel mir immer noch sehr gut, auch sonst war punkto Segeln einiges los. Und dann entdeckten wir noch das nach einem Brand frisch renovierte Rathaus, auch sehr interessant.

Ile de Ré

Der Stadt La Rochelle vorgelagert ist die Insel Ile de Ré. Seit 1988 ist sie mit einer 2.9km langen Brücke mit dem Festland verbunden.

Wir unternahmen eine längere Velotour von unserem Stellplatz der Küste entlang und dann über die Brücke. Da wir nicht in Zeitnot waren, warteten wir einen wirklich sonnigen Tag ab, um die 30km lange und zwischen 100m und 5km breite Insel zu besuchen. Die Insel hat ein ausgezeichnetes Netz an Velowegen, auf denen sehr viel los war. Am Schluss hatten wir über 85km abgeradelt.

Brücke auf die Ile de Ré

Zuerst besuchten wir ein ehemaliges Kloster, die Abtei Notre Dame Ile de Ré, von dem nur noch die Grundmauern stehen. Das Kloster wurde Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet und dann mehrmals von englischen Flotten zerstört, später auch noch von den Hugenotten. Die heutigen Mauern stammen gemäss Wikipedia aus dem 14. Jahrhundert. Da die Ruine nicht stark besucht war, liessen wir unsere Drohne wieder einmal steigen.

Natürlich sahen wir auch an der hiesigen Küste wieder Boote auf dem Trockenen liegen. Doch ein Hafen hatte vorgesorgt: Wir entdeckten ein Tor, mit dem er sich schliessen lässt und so das Ausfliessen des Wassers verhindert.
Ganz am äussersten Ende der Insel steht ein hoher Leuchtturm, der Phare de Baleines. Er wurde zwischen 1849 und 1854 gebaut und ist 57m hoch. Sein Feuer (Licht) hat eine Tragweite von rund 40km und auch an unserem Stellplatz sahen wir es jeweils nach Sonnenuntergang blinken.

Auf der Karte sahen wir, dass es im Westteil der Insel eigentlich überall Kanäle und Becken zur Salzgewinnung geben müsste. Vom Veloweg aus sah es aber recht unspektakulär aus, wir sahen nur ganz wenige Becken. Aus diesem Grund verliessen wir den Veloweg mit den vielen Leuten und fuhren etwas abseits. Dort liessen wir unsere Drohne steigen und staunten über die Bilder, die sie uns herunterschickte.

Sonnenuntergänge

Am Abend konnten wir von unserem Stellplatz aus immer wieder den Sonnenuntergang beobachten. Nicht jeden Tag war das Wetter perfekt, d.h. wolkenlos, doch immer wieder entdeckten wir neue Ausblicke und auch die Wolken gaben manchmal das gewisse Etwas.

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