Surfer und Flysch

Surfer am Strand von Mundaka

An der französischen Atlantikküste hatten wir bereits viele Surfer (Wellenreiter) gesehen, allerdings waren die Wellen da aus unserer Sicht jeweils eher bescheiden. Hier an der spanischen Küste der Biskaya sahen wir nun das erste Mal Wellen, die wohl zwei und mehr Meter hoch waren und die Surfer entsprechend forderten. Unsere erste Station war Mundaka, das an der Mündung des Flusses Okai Ibaia liegt und gemäss Internet einer der besten Surfspots der Welt sei – oder je nach Quelle war, denn von Menschenhand gemachte Veränderungen am Ufer hätten eine wichtige Sandbank verkleinert, so dass die Wellen nicht mehr ganz so topp seien wie früher. Nun, für uns sah es immer noch sehr spektakulär aus, so etwas hatten wir noch nie gesehen.
(wie immer aufs Bild klicken, damit es grösser und schärfer erscheint)

Bermeo und die ersten Weltumsegler

Von Mundaka war es ein Katzensprung bis ins Städtchen Bermeo. Ein Einheimischer erzählte uns dort, dass hier die grösste spanische Fischereiflotte beheimatet sei, teils riesige Schiffe, die irgendwo auf der Welt unterwegs seien und kaum je hierhin zurück kämen. Weiter erzählte er, dass von dieser Ortschaft die ersten Weltumsegler stammten, dass heisst die Crew der Victoria, des einzigen Bootes von Magellans Armada, das es ans Ziel schaffte. In mehreren andern Ortschaften haben wir allerdings diese Behauptung auch schon gehört. Ein Blick in Wikipedia zeigt allerdings, dass die Rest-Besatzung der Victoria aus Spaniern, Portugiesen, Italienern und sogar Deutschen bestand…

Magellans Armada mit fünf Segelschiffen startete am 10. August 1519 in Sevilla, stach am 20. September von Sanlúcar aus in See. Nach drei Jahren, am 6. September 1522, kehrte die Victoria als einziges Boot mit 18 Personen wieder zurück, Magellan war nicht mehr dabei, weil er auf den Philippinen in einem Gefecht ums Leben kam. Einige andere wurden auf den Kap Verden von den Portugiesen gefangen genommen und kehrten erst später zurück (darunter der Deutsche), können sich aber trotzdem als erste Weltumsegler bezeichnen. Der Kapitän der ankommenden Victoria hiess Juan Sebastián Elcano, stammt aus dem Baskenland und vor allem er wird hier überall verehrt. Neben der Victoria kehrte auch die San Antonio zurück, allerdings weil die Besatzung meuterte und nach der Entdeckung des pazifischen Ozeans nicht über diesen segeln wollten und wieder umkehrte…

Einige Kilometer östlich von Bermeo liegt eine kleine Insel mit dem schwierig auszusprechenden Namen Gaxtelugatxeko. Diese ist mit einer Steinbogenbrücke mit dem Festland verbunden, auf dem Internet gibt es wunderbare Bilder davon. Leider war bei unserem Besuch der Weg wegen eines Hangrutsches gesperrt, so dass wir das Ganze nur aus der Ferne betrachten konnten.

Wir fuhren weiter der Küste entlang und entdeckten, dass Mundaka bei weitem nicht der einzige Surfspot an der Biskayküste ist. An weiteren Orten mit Sandküste entdeckten wir immer wieder grosse, sich brechende Wellen und meistens hatte es Surfer, hier z.Bsp. am Strand von Barrika.

Flysch

Das Wort Flysch stammt aus dem Schweizerdeutsch und hat es in die Wissenschaft der Geologie geschafft. Gemäss Wikipedia bezeichnet Flysch in der Geologie eine marine sedimentäre Fazies, die meistens durch eine Wechselfolge von Tonsteinen und grobkörnigeren Gesteinen (typischerweise Sandsteine) repräsentiert ist. Alles klar?

In der Region östlich von San Sebastian kommt diese Wechselfolge von Gesteinen, die manchmal nur wenig aus dem Meer herausschauen und wie ein Drachenrücken aussehen oder dann wieder wie viele übereinander geschichtete Kartons sehr oft vor. Nun, Bilder sagen mehr als umständliche Beschreibungen. Drachenrücken-Flysch sahen wir vorallem an der Küste von Barrika, die wildeste Küste mit Flysch dagegen an der Costa Cuebrada bei der Ortschaft Liencres.

Hidden Places – unbekannte Plätze

Auf der Suche nach einem ruhigen Übernachtungsplatz landeten wir in der Bucht von Minoño. Und hier entdeckten wir eine Brücke, die einfach ins Leere schaute. Sie war in unserer Karte nur andeutungsweise vermerkt und auch in keinem unserer Führer zu finden. Vor Ort fanden wir auf versprayten Informationstafeln die Information, dass hier früher Eisenerz abgebaut wurde und dies die Verladerampe war, um das Erz auf Schiffe zu befördern, sehr interessant. Sogar ein Minentunnel war noch offen und begehbar.

Waschtag für Jupi

Nach den diversen teils recht staubigen Offroad-Touren in den Pyrenäen hatte Jupi, unser Bimobil EX366, wieder mal einen Waschtag verdient, wurde gründlich geschruppt und das Fahrerhaus neu eingewachst, das Rot wieder zum Glänzen gebracht.

und ein weiterer wunderschöner Tag geht zu Ende.

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