Unterwegs über den Jahreswechsel, Felsformationen von El Tocal

Ostwärts

Nach etwa sechs Regentagen, die wir auf dem Stellplatz am Rande der Stadt Jerez de la Frontera verbrachten, zog es uns wieder aufs Land. Wir fuhren deshalb ostwärts ins Landesinnere, dort schien es uns warm und sonnig genug zu sein, um ohne Strom und Heizung auskommen zu können.

In Coripe gab es gemäss der App Park4Night einen Stellplatz, wo jeder der etwa sechs Plätze gratis Wasser, Abwasser und Strom haben sollte. Frisch- und Abwasser funktionierten, der Strom leider nicht. Um uns etwas zu bewegen wanderten wir zwischen zwei Regenfronten zu eine uralte Eiche, die sehr schön gepflegt war. Und in der Luft sahen wir über 30 Gänsegeier kreisen, einige flogen auch recht nahe vorbei, hielten wohl nach Futter Ausschau.
Leider gab es auf dem Stellplatzplatz an Heiligabend dann bis fast morgens um drei Uhr sehr viel Lärm, so dass wir ihn am nächsten Tag wieder verliessen und mit Jupi weiter nach Olvera fuhren. Den Weihnachtsabend verbrachten wir dort auf einem ruhigen Platz zwischen Friedhof und Burg, mit schönem Ausblick, das Wetter war leider immer noch etwas regnerisch.

In der Nähe gab es auch einen Veloweg, hier in Spanien meistens Via Verde genannt, grüner Weg. Wie so viele andere lag auch dieser Via Verde auf einer ehemaligen Bahnstrecke, auf der Schienen und Schwellen entfernt wurden. Wir fuhren die ganzen etwa 36km hin und zurück, total also 72km. Obwohl die Landschaft sehr hügelig ist, war die Strecke sehr flach, es gab kaum Steigungen, denn fast jeder Hügel war mit einem Tunnel erschlossen und von diesen gab es sehr viele, ebenso wie schöne Steinviadukte. Die meisten Tunnels waren beleuchtet aber nicht alle, was dann nicht immer ganz einfach war bis wir auf die Idee kamen, die Lampen unserer Handys zu benutzen.

Die Strecke war sehr schön und wir sahen wieder viele Geier. Leider nieselte es auf dem Rückweg etwas und unsere Velos wurden entsprechend schmutzig. Als Ausgleich zum Regen sendete uns Petrus dafür leichten Rückenwind auf dem Heimweg.

Geier und Grapefruit

Von Olvera aus fuhren wir weiter Richtung Osten, wo das Wetter definitiv wieder sonniger werden sollte. Hier fanden wir einen abgelegenen Stellplatz in der Nähe einer Kirche, von wo aus wir die Milchstrasse und Sterne fotografieren konnten. In der Nähe mussten auch Geier ihr zu Hause haben, sahen wir sie doch jeweils am Morgen immer ganz tief in die Thermik einfliegen und höher und höher kreisen, teilweise flogen sie dabei auch ganz an uns und Jupi vorbei.

Tagsüber unternahmen wir eine Velotour, diesmal auf der wenig befahrenen Hauptstrasse. Einmal sahen wir ganz viele Geier in einer Olivenbaumplantage zur Landung ansetzen. «Da muss irgendwo ein totes Tier liegen, das sie nun fressen», war unser Gedanke. Wir schlichen uns an, konnten aber ausser die wie Gänse in einer Reihe dahinlaufenden Geier nichts entdecken. Kurz darauf flogen sie wieder weg.

Später fuhren wir einem Bewässerungskanal entlang, an dem viele Orangen-, Mandarinen- und Grapefruitplantagen zu sehen waren. Vieles war schon abgeerntet, doch noch nicht alles. Und mitten drin stand auch eine grosse Anlage mit ganz vielen Solarpanels.

Felsenlandschaft El Torcal

Im Naturpark El Torcal auf rund 1200müM fotografierten wir die Milchstrasse über einer sehr spektakulären Felsenlandschaft. Allerdings war die Orientierung in diesem Felslabyrinth in der Nacht nicht ganz einfach, so dass wir uns nur an einem Ort aufhielten. Dort waren die Felsen in der Nacht noch etwas warm, so dass es richtig angenehm war, dort zu sitzen und den Himmel zu betrachten, während die Kamera die Bilder machte.

Doch auch tagsüber war es hier eine Wucht, gemäss Wikipedia gehört diese aussergewöhnliche Naturlandschaft mit den fantastischen Steingebilden zu den spektakulärsten in Spanien. Wir entdeckten sogar einige Versteinerungen. Unsere Kameras machten jedenfalls dauernd klick – klick – klick…

Am ersten von drei Tagen war es tagsüber noch über 20°C an der Sonne, am dritten Tag bei Nebel nur noch um die 10°C und in der Nacht 1°C, brrrr.

Sonnenaufgang und iberische Steinböcke

Am Morgen früh wollte ich den Sonnenaufgang fotografieren und auch schauen, ob ich die iberischen Steinböcke mit ihren verdrehten Hörnern sehen würde. Tatsächlich entdeckte ich kurz nach Sonnenaufgang etwa 14 Stück, davon auch einige mit grossen Hörnern.

Schweizer Bimobil Treffen

Es ist immer wieder interessant, andere Bimobil-Crews zu treffen. Letzte Woche haben wir gleich zwei Schweizer Bimobil-Crews getroffen, mit denen wir auch sonst immer wieder per E-Mail und WhatsApp im Kontakt stehen. Patrick und Catherine aus der Westschweiz, die beide seit gut einem Jahr auch ein Bimobil EX366 haben, das auf den Namen «Galileo» hört. Wir trafen sie schon vor einiger Zeit einmal in der Schweiz, als sie noch am Bestellen ihres Fahrzeuges waren. Sie sind seit Dezember für sechs Wochen in Andalusien unterwegs und wir trafen uns nun im Naturpark El Torcal. Sie haben beide den gleichen Jahrgang wie wir und träumen davon, in Zukunft nach Kanada zu verschiffen. Es war wunderbar mit ihnen von der Zukunft zu träumen sowie die beiden Fahrzeuge miteinander zu vergleichen, die diversen Innovationen von Bimobil zu begutachten.
Weiter trafen wir noch Hagis, mit ihrem Greenhorn, einem Bimobil EX 345 auf Iveco-Basis. Daniel und Monika sind mit ihren beiden Spürhunden Grace und Megan unterwegs und gönnen sich aktuell eine Auszeit von der Arbeit sowie dem Reisen und haben sich deshalb eine kleine Wohnung am Meer für rund zwei Monate gemietet. Auch sie träumen von einer längeren Reise, am liebsten nach Kanada. Doch haben sie Bedenken, die Reise über den Atlantik ihren Hunden zuzumuten. «Optimal wäre mit dem Schiff, doch da kommt nur die Queen Mary in Frage, auf den meisten anderen sind Hunde verboten», ihre Aussage. So gibt es auch mit ihnen viel zu diskutieren und zu träumen. Am Abend bereitet Daniel einen wunderbaren Fisch zu, mmhhh.

Ausklang und nächste Pläne

Die letzten Tage vor unserer Rückreise in der Schweiz verbringen wir in der andalusischen Halbwüste von Tabernas. Die Sonne scheint kräftig, allerdings weht auch ein Wind, ab und zu hat es sogar Wolken. Da es in der Nacht doch sehr kalt wird, leisten wir uns für die letzten zwei Nächte einen Stellplatz mit Strom, so dass es am Morgen nicht nur 12°C ist, wie hier am ersten Tag.

Wir arbeiten unsere Pendenzen ab, kontrollieren und bearbeiten die Bilder und schreiben diesen Bericht, lassen unsere Reise langsam ausklingen. Seit Ende Januar 2021 waren wir nun praktisch ununterbrochen in Frankreich und Spanien unterwegs, mit einem Unterbruch von etwa 6 Wochen, um im Mai und Juni die Corona-Impfungen in der Schweiz durchzuführen.

Jetzt geht es wieder zurück in die Schweiz um unsere nächste grosse Reise vorzubereiten, wollen wir doch für 2-3 Jahre nach Nordamerika reisen, Verschiffung wenn möglich anfangs April. Doch zuerst muss nun unsere Diesel-Heizung repariert werden und dann haben wir im Februar einen Termin bei der US-Botschaft in Bern für ein Langzeitvisum (B2) für die USA.
Mehr dazu später.

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2 Antworten

  1. Maria Müller sagt:

    Waauuu
    Danke für den ersehnten Bericht und schade, dass ihr jetzt zurück fahren werdet. Wir fahren demnächst los, um diese Gegenden zu erkunden. Eine gute und sichere Heimfahrt, wir melden uns wieder!
    M&M

    • bvision sagt:

      Hallo Maria
      Ja schade, vorallem wenn ich hier die Schweizer Temperaturen anschaue, brrrrr.
      Bin gespannt auf eure erste Reise mit dem EX366.
      Ich wünsche euch auf jeden Fall eine spannende Fahrt.

      Herzliche Grüsse
      Reto

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