Velotour bei den Bären

Wir bewegen uns weiter zwischen der Küste (Biskaya) und dem kantabrischen Gebirge hin und her. Beim Besuch der Saurierfussabdrücke an der Playa de la Griega haben wir einen guten Stellplatz gesehen, an dem wir einige Nächte bleiben. Ein Spaziergang der Steilküste entlang bringt uns in die Gemeinde Llastres, die ziemlich am Hang klebt und am Meer unten einen Hafen hat.
(wie immer: Bild anklicken, damit es schärfer und grösser erscheint)

Velotour auf dem Senda del Oso

Von der Küste sind wir wieder Richtung Berge gefahren, mit einem Zwischenstopp beim Alcampo-Einkaufszentrum in Gijon. Dort entdeckten wir auch eine Lavanderia, einen Waschsalon, der in der App Park4Night noch gar nicht eingetragen war. Da unser Wäschesack voll war, hatten wir sowieso vor, in Gijon irgendwo zu waschen, jetzt konnten wir es gleich hier erledigen. Und wir fügten den Salon in der App Park4Night noch hinzu, so dass auch andere Camper davon profitieren können.

Danach ging es weiter Richtung Tuñon, Richtung Berge. Bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde in diesem Gebiet Eisenerz abgebaut. Für den Transport des Erzes von der Mine Richtung Küste wurde extra eine Schmalspureisenbahn gebaut. Ca. 1970 wurde alles aufgegeben, da es nicht mehr rentierte.
Auf rund 20km der ehemaligen Eisenbahnstrecke befindet sich nun ein Veloweg, ähnlich wie wir das in Frankreich mehrmals gesehen und benutzt hatten. Der Name lautet Senda del Oso, was soviel wie Bärenweg heisst. Bärenweg, weil in dieser Region eine der letzten grösseren Population von Braunbären in Spanien lebt. Dazu gibt es einen Bärenpark mit einem Freilaufgehege von 40’000m2. Die Zahl vierzigtausend Quadratmeter tönt auf den ersten Blick nach viel, effektiv sind dies 400m x 100m, also auch nicht so riesig. Der Bärenpark in der Stadt Bern ist übrigens 6’000m2 gross.

Mit Hilfe der Apps Wikiloc und LocusMap erstellten wir uns eine 73km lange Velotour, mit rund 1’400 Höhenmeter. Die ersten zwanzig Kilometer waren der Senda del Oso, wegen dem engen Tal ohne Sonne und deshalb sehr kühl, Handschuhe wären nicht schlecht gewesen. Auch war der Weg nicht wirklich geeignet für unsere City-Bikes, bestand das ehemalige Trasse doch hauptsächlich aus groben Steinen. In Entragu endete der Bärenweg, von da ging es auf Asphaltstrasse in die Höhe und die Wärme kehrte zurück, auch der Ausblick in die Berge wärmte unsere Herzen.

Nach knapp 10km Steigung hatten wir den höchsten Punkt unserer Tour erreicht und genehmigten uns eine Mittagsrast. Ab da ging es wieder runter, allerdings mit zwei noch sehr giftigen Zwischenaufstiegen. Gegen Schluss kam dann noch eine kleine Offroadstrecke, wie meistens bei unseren Velotouren… Nach rund 6 Stunden kehrten wir müde aber zufrieden zu Jupi zurück und genehmigten uns eine heisse Dusche.

Playa del Silencio

Am nächsten Tag fuhren wir mit Jupi zum Ende des Bärenwegs nach Entragu, dort gab es einen Stellplatz, der schön in der Sonne lag und wo wir wieder etwas Wärme tanken konnten. Wir trafen ein Pärchen mit Tochter/Kleinkind aus Tschechien, das ebenfalls mit einem Bimobil unterwegs ist. Seit drei Jahren leben sie nun nur noch im Camper, also ein Jahr mehr als wir. Das Bimobil haben sie erst seit rund 4 Monaten, sind damit aber sehr zufrieden, obwohl es bereits dreissig Jahre (in Zahlen 30) auf dem Buckel hat. Ob unser Jupi, also unser Bimobil EX366, auch mal so alt wird? Ob man in 30 Jahren noch mit einem Dieselmotor herumfahren darf und kann?

Ihr Hobby ist das Klettern, doch hier sei es zu schwierig für sie, sie wollen deshalb etwas weiter. Er gibt uns noch einige Tipps, wo sie schon waren und erwähnt unter anderem die Playa del Silencio, übersetzt die ruhige Bucht. Hier sei es immer ganz ruhig, man höre fast nichts von den Brechern, erzählte er. Dies tönte in unseren Ohren interessant und wir fuhren als nächstes dorthin.

Auf der Internetseite von Asturien steht dazu: «Der Ort, an dem das Brüllen des Kantabrischen Meeres zum Murmeln wird.» Dies kommt etwa hin, den ganz ruhig ist es nie. Aber rein optisch ist die Bucht wieder einmal eine Wucht, einfach genial. Hier durfte auch die Drohne wieder zum Einsatz kommen.
Unten am Strand, zu dem ein Fussweg hinführt, war es spannend bei Niedrigwasser die verschiedenen sehr dünnen Schichten des Gesteins zu betrachten, mal braun, wohl Eisenerz-ähnlich, dann wieder grauer Fels, sehr interessant.

Playa de las Catedrales

Wir fuhren weiter Richtung Westen und verliessen nun die Region Asturien, die sich selbst auch als Fürstentum Asturien bezeichnet, ein Fürstentum innerhalb des Königreichs Spaniens. Für uns Schweizer tönt dies schon alles sehr speziell. Wir kommen dem äussersten Zipfel von Spanien immer näher und sind damit in Galizien, das eine autonome Gemeinschaft im Nordwestzipfel von Spanien und sozusagen die Verlängerung von Portugal in nördliche Richtung bildet.

Wir steuern die Playa de las Catedrales an, den Kathedralenstrand. Es gibt hier mehrere Felsbögen, die genau in einer Reihe stehen und damit wie eine Kathedrale aussehen. Das Ganze ist allerdings nur bei sehr niedriger Ebbe zu begehen, was wir im Moment nicht haben, der nächste Vollmond dauert noch eine Weile. Trotzdem versuchen natürlich die Leute auch jetzt bei Ebbe möglichst nahe an diese Kathedralenbögen zu kommen, so auch ich. Es geht aber nicht ohne nasse Füsse, d.h. ich muss die Schuhe ausziehen und die Hosen hochkrempeln. Trotzdem, das Wasser war mir schlussendlich zu hoch, die letzten hundert Meter bin ich nicht mehr gegangen, ich wollte meine Fotokamera nicht riskieren…

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