Von den Pyrenäen zum kantabrischen Gebirge

Aínsa

Bisher waren wir vor allem am Rande der Pyrenäen unterwegs, jetzt wollten wir in die etwas höhere Region gehen und dort ein paar Pisten-Touren mit Jupi, unserem Bimobil EX366 unternehmen. Dazu fuhren wir nach Aínsa, das auf rund 600m liegt und einen (kostenpflichtigen) Stellplatz mit Entsorgung hat. Wir waren etwas überrascht, so viele Camper zu sehen, bestimmt über 30 Stück, das Gebiet scheint also sehr beliebt zu sein. Aber das Städtchen, die Region und die Aussicht Richtung Berge waren in der Tat wunderbar, man sah sogar mehrere Pyrenäen-Gipfel, die über 3’000m hoch sind, allerdings jetzt alle ohne Schnee. Und auf der andern Seite, dort wo wir hin wollten, war der berühmte Nationalpark Odesa.

Hier reparierten wir noch unseren Schmutzfänger hinter dem linken Hinterrad, der während unserer Mongoleireise leicht anriss und wir damals einfach mit Betonklebeband fixierten. Noch während unserer Mongoleireise mussten wir den rechten Schmutzfänger mit einem Stück Kunststoff neu annieten, weil er fast völlig abriss, was wir nun auch mit dem linken gemacht haben, Verstärkung und Befestigungsmaterial hatten wir noch dabei.

Am nächsten Morgen wollte ich noch eine Runde joggen gehen, doch lag ich nach gut einem Kilometer bereits auf der Nase. Der von mir gewählte Weg war wohl etwas zu fest «Offroad», mit vielen grösseren, losen Steinen und Wurzeln gespickt und an einer solchen Wurzel blieb ich dann nach einer Rutschpartie hängen… Ich hatte aber Glück im Unglück und ausser ein paar Schrammen unter dem Knie passierte nichts.

Wir starteten nach dem Frühstück zu unserer heutigen Offroadtour, die uns auf über 2’200m Richtung Nationalpark Odesa bringen sollte. Wir hofften auch, in der Nacht die Sterne fotografieren zu können. Doch leider war schon nach wenigen Kilometern Schluss: Die asphaltierte Parallelstrasse zu unserer Piste war für Camper gesperrt und dies wäre unsere Zufahrtsstrasse gewesen.

Wobei so klar ist nun dieses Verbot auch wieder nicht: Dürfte nun ein VW-Transporter oder ein Fiat Ducato Kastenwagen durchfahren? oder ein Unimog? und was sind genau Minibusse? Noch als wir diskutierten, was wir machen sollten, begann es zu nieseln und immer mehr zu regnen, was natürlich im Wetterbericht so nicht vorgesehen war.

Wir suchten dann noch eine alternative Route aus dem Buch «Pyrenäen 4×4» vom Verlag Pistenkuh, doch auch diese war gesperrt. Scheinbar ist hier der Andrang von Offroadern so gross, dass man zu solchen Massnahmen greifen muss. Aus diesem Grund verliessen wir das Gebiet um den Nationalpark Odesa wieder und fuhren zurück Richtung Nordwesten. Wir suchten uns mit Hilfe unserer Openstreet-Karte auf Locus-Map unsere eigene Route durch Berg und Tal und kamen dabei voll auf unsere Kosten.
Und am Ende gab es dann noch etwas Feines vom Grill.

Da unser Wäscheberg immer grösser wurde, war es an der Zeit, wieder mal eine Waschmaschine aufzusuchen. Auf der App «Park4Night» fanden wir eine solche am Rande von Pamplona. Auf dem Weg dorthin wollten wir noch einmal über eine Piste, wir entdeckten eine Route im Buch von der Pistenkuh. Doch auch diese Strasse wie eine mögliche Alternative waren entweder mit einem Gatter verschlossen oder mit einem allgemeinen Fahrverbot belegt. So nahmen wir die auf der Karte weiss eingezeichnete Route von Elcóaz nach Aristu. Obwohl weisse Strassen für gewöhnlich asphaltiert und einfach zu befahren sind, hatte es dieser Weg in sich. Beim ersten Teil, etwa einem Drittel des Weges, handelte es sich um eine knapp drei Meter breite Betonstrasse, Kreuzen unmöglich. Wir hatten Glück und das einzige Fahrzeug, das uns kreuzen wollte, bog vor uns auf einen Bauernhof ab. Nach der Betonstrasse kam dann eine sehr unebene und schmale Schotterstrecke, allerdings mit sehr grossen Steinen. Die Fahrt wieder zurück ins Tal verlief auf einer breiteren und einfach zu befahrenden Schotterstrecke. Es war erneut wunderbar, wahrscheinlich für einen Moment die letzte Piste in den Pyrenäen.

Auf der Weiterfahrt Richtung Pamplona kamen wir noch an einem Stausee vorbei, der voll mit abgestorbenen Bäumen war, interessant.

Pamplona

Jede und jeder hat wohl den Namen dieser Stadt im Baskenland schon mal gehört. Genau, das ist hier wo die Stiere durch die Gassen getrieben werden und Mutige vor ihnen her rennen. Und immer wieder gibt es Unfälle mit Schwerverletzten und Toten. In der Mitte der Stadt gibt es eine eindrückliche Skulptur dazu.

Unser Hauptziel war ja unsere Wäsche zu waschen. Während in Frankreich bei vielen grossen Einkaufszentren und Supermärkte recht hochwertige Waschmaschinen und Tumbler stehen, ist es hier bei einer Repsol-Tankstelle. Es war ok, wenn auch nicht so bedienerfreundlich wie in Frankreich, wo man direkt mit Kreditkarte bezahlen konnte und wo auch die Maschinen in einem etwas besseren Zustand waren.

Ebenfalls kauften wir hier in Pamplona noch eine spanische Prepaid SIM-Karte. Für Euro 15.– gibt es 20GB, aktuell sogar 40GB pro Monat bei Vodafone, die vorallem in etwas abgelegenen Gebieten das beste Netz haben sollen. Wir kauften die Karte im Vodafone-Shop bei El Cortes Inglès, wo wir die Karte auch gleich installierten und alles bestens funktionierte. Die weibliche Bedienung war sehr freundlich und hilfsbereit, auch wenn sie (fast) nur spanisch sprach.

San Sebastian

Von Pamplona aus fuhren wir an die Küste nach San Sebastian, der ersten grösseren Stadt an der spanischen Biskayaküste, wenn man von Frankreich her kommt. Es war Samstag und der von uns ausgewählte Stellplatz war komplett voll, so dass wir Jupi auf einem normalen Parkplatz abstellten und dann mit unseren Velos in die Stadt fuhren. Dabei besuchten wir bei strahlend blauem Himmel als erstes ein interessantes Kunstwerk, das am Rande einer grossen Bucht liegt. Die Skulpturen wurden gemäss Wikipedia vom baskischen Architekten Luis Peña Ganchegui entworfen und nennen sich «Peine del Viento», was übersetzt so viel wie Windkamm heissen soll.

San Sebastian liegt neben einer grossen Bucht, die einen schönen und breiten Sandstrand hat, an dem sich viele Menschen tummelten. Man könnte meinen, wir seien am Mittelmeer und nicht im September an der Biskaya. Allerdings waren kaum Leute im Wasser, also wahrscheinlich doch nicht so warm wie das Mittelmeer.

Am Sandstrand versuchten sich Künstler mit Sandfiguren, sah auch ganz schön aus.

Und eine Stunde später begann es dann leider zu regnen.

Kantabrisches Gebirge

Zum Übernachten verliessen wir gegen Abend den Parkplatz ausserhalb von San Sebastian wieder und fuhren etwas der Küste entlang Richtung Westen. Hier ist es sehr hügelig, wir befinden uns im kantabrischen Gebirge, das sich der gesamten spanischen Biskaya-Küste entlang zieht. Von unserem Übernachtungsplatz aus hatten wir eine sehr schöne Sicht über diesen Gebirgszug, auch die Drohne durfte hier wieder einmal fliegen.

Und ebenfalls verläuft hier einer der nördlichen Stränge des Jakobsweges Richtung Santiago de Compostela. Wir sahen recht viele Leute auf diesem rund 800km langen Weg, alle Achtung. Es gibt nicht DEN Jakobsweg, sondern die Wege sind ein eigentliches Spinnennetz, wobei alle Fäden in Santiago de Compostela enden. Hier in Spanien wird der Jakobsweg meist El Camino genannt, was soviel wie Der Weg heisst.

Auch wir unternahmen hier eine Wanderung, auch einige Kilometer auf dem El Camino.

Danach fuhren wir weiter Richtung Westen der Küste entlang, besuchten noch das Fischerstädtchen Getaria, bei leider ziemlich trübem Wetter.

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