Wieder in der Schweiz

Wie schnell es doch geht: Am 21. November 2019 morgens fuhren wir von Istanbul los und 5 Tage später haben wir schon die Grenze in die Schweiz passiert. Am ersten Tag fuhren wir von Istanbul bis vor die griechische Grenze und gaben dort noch all unsere türkischen Liras aus. Der grösste Posten war natürlich der Diesel, doch wir gönnten Jupi auch wieder einmal eine Wäsche: Neben der letzten türkischen Migros vor der Grenze hatte es eine Shell-Tankstelle, wo unser 6,19m kurzes und knapp 3m hohes Bimobil EX 366 für nur 20 Liras (ca. Fr. 3.40) aussen gründlich geschruppt wurde, so dass wir sicher keine Probleme beim Überqueren der Schengen-Aussengrenze haben sollten.

Jupi wird gründlich geschruppt …
… und strahl danach wieder in altem Glanz.

Die Überquerung der Schengenaussengrenze verlief absolut problemlos, da hatten wir auf unserer Reise schon schlimmeres erlebt. In 10 Minuten waren wir durch, niemand wollte in unser Fahrzeug sehen und so rollte nun Jupi zum ersten Mal in seinem Leben auf griechischen Strassen. Dies schien ihm sehr gut zu gefallen, vielleicht auch, weil es wieder vermehrt Schlaglöcher gab… Auf jeden Fall schafften wir an unserem zweiten Fahrtag seit Istanbul über 600km, machten auch noch unseren 30’000 Kilometer mit Jupi seit unserer Abfahrt am 2. Mai in Sugiez.

Wir sahen keine Moscheen und Minarette mehr, dafür war der Weihnachtsschmuck omnipräsent, vorallem in den Geschäften, wo auch noch entsprechende Musik abgespielt wurde, darauf waren wir jetzt gar nicht vorbereitet… Die Rufe des Muezzins waren ebenfalls nicht mehr zu hören, dafür wieder vermehrt Glockengebimmel.

Nach drei Fahrtagen kamen wir kurz vor 12 Uhr in Igoumenitsa an. Von hier aus planten wir die Fähre nach Ancona in Italien zu nehmen. Doch da für den folgenden Tag Sturm mit 7 – 8 Windstärken vorhergesagt wurde, änderten wir unseren Plan und wählten die kürzest mögliche Passage und kauften nur ein Ticket bis Brindisi, das ganz im Süden des Stiefelabsatzes liegt. Im Laufe des Nachmittags kamen auch Aline und Christian an, welche die gleiche Fähre buchten und uns dann zu einem wunderschönen Aussichtsplatz lotsten, wo wir zusammen den Rest des Nachmittages verbrachten und über alles mögliche philosophierten. Einmal mehr verbrachten wir eine wunderschöne und interessante Zeit mit ihnen.

im Bauch der Fähre: Bettina mit Besatzungsmitglied der Fähre

Die Fähre fuhr fast überpünktlich los und wir kamen schlussendlich über eine Stunde zu früh im Hafen von Brindisi an. Es schien, als habe die Crew vollgas gegeben, um noch vor dem Sturm einlaufen zu können. Die Überfahrt war sehr ruhig und wir kamen ausgeschlafen an.

Danach fuhren wir auf Hauptstrassen resp. den hier genannten Super-Stradas Richtung Norden und schauten dem Sturm zu, der auf dem Meer tobte. Es sah in unseren Augen ziemlich heftig aus und wir waren sehr froh, jetzt nicht auf einer Fähre zu sein. Wir fuhren bis kurz vor dem Eindunkeln und übernachten auf dem Parkplatz der Marina von Termoli, immer noch am Stiefelabsatz von Italien. Dieser Platz war zur aktuellen Jahreszeit kostenlos und wir hatten sogar Gratis Wifi, was für ein Luxus. Am nächsten Morgen gingen wir wieder einmal eine Runde joggen. Als wir zurückkamen kam ein Mitarbeiter der Marina zu uns. Er war sehr an unserer Art von Camper interessiert und wir führten ein längeres Gespräch mit ihm. Am Schluss gab er uns dann noch den Code, damit wir gratis in der Dusche der Marina duschen konnten – grazie mille!

Interessant war auch zu sehen, wie hier die Yachten im Winter überholt respektive dazu eingepackt werden: Um das Boot herum wurde ein Gerüst aufgebaut und dieses dann mit Plastik resp. einer Schrumpffolie überzogen.

über das aufgebaute Gerüst wird der Plastik gezogen …
… und am Schluss wird die Folie geschrumpft; das ganze sah sehr stabil und wetterfest aus.

Also, wer nicht weiss, wie er an seinen Camper im Winter arbeiten soll, hier eine mögliche Lösung.

Von Termoli fuhren wir weiter nordwärts bis nach Rimini und am Folgetag kamen wir zum ersten Mal seit langem wieder einmal in einen richtigen Stau – grrrr. Doch trotz Stau kamen wir auf den italienischen Autobahnen sehr gut vorwärts und passierten um halb fünf Uhr die Grenze zur Schweiz, natürlich bei blauem Himmel und Schneebergen im Hintergrund.

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