Winter-Milchstrasse über den Jahreswechsel

Wintermilchstrasse

Die letzten Tage des Jahres 2021 waren die Mondaufgangszeiten wieder so spät, dass wir mit Jupi erneut ein paar interessante Motive anfuhren, um darüber die Milchstrasse zu fotografieren. Wohlgemerkt, es handelt sich jetzt Ende Dezember um den schwächsten Teil der tiefliegenden Milchstrasse, oft auch Winter-Milchstrasse genannt. Da wir hier im Süden von Andalusien auf rund 37° Nord aber rund 10° südlicher als die Schweiz liegen, sehen wir trotzdem etwas Farbe in der Milchstrasse: Neben dem hellen Stern Deneb (jeweils im unteren Drittel der in den Bildern abgebildeten Milchstrasse), leuchtet der Nordamerika-Nebel ganz winzig und schwach etwas violett, der Rest der Milchstrasse ist praktisch monochrom. Daneben fällt jeweils noch die winzige, gelbliche Andromedagalaxie oben links im Bild ausserhalb der Milchstrasse auf.

An den dunklen Orten und über den interessanten Motiven war die Winter-Milchstrasse immer sehr schön anzuschauen, zusammen mit den vielen anderen Sternen und Sternbildern. Immer wieder waren auch Sternschnuppen zu sehen, so dass wir uns ganz viel wünschen konnten…

Wir hoffen, die Bilder gefallen auch euch.
(wie immer: auf das Bild klicken, damit es schärfer und grösser erscheint)

Aufnahme-Daten zu den Milchstrassen-Bildern

  • Kamera: Nikon Z6 II, fix auf Stativ montiert
  • Objektiv: Laowa 15mm F/2 Zero-D
  • 20 Sternen-Bilder mit 15 Sekunden Verschlusszeit bei Blende 2.8 und 12’800 ISO, ohne Rauschunterdrückung; dann mit gleicher Kameraausrichtung
  • 1 Vordergrund-Bild mit 90 Sekunden Verschlusszeit bei Blende 2.8 und 1’600 ISO, inkl. Rauschunterdrückung, Schärfe auf Vordergrund eingestellt

Falls es Fragen dazu gibt, einfach unten die Kommentarfunktion benutzen.

Astrofotografie – Orion-Konstellation

Teilweise fuhren wir wirklich sehr dunkle Orte an, so dass wir es nicht lassen konnten, mit unserer bescheidenen Astroausrüstung auch etwas tiefer in den Himmel zu schauen, sogenannte Deep-Sky Fotografie.

Wir versuchten, den Rumpf des Sternbildes Orions inkl. den darin vorkommenden rötlichen Nebel zu fotografieren. Da dazu eine Brennweite von rund 50 – 80 mm notwendig war, wären die Sterne bei einer mehrsekundigen Belichtung bereits zu Strichen geworden. Deshalb liessen wir den Kugelkopf, auf welchem die Kamera befestigt ist, auf einer kleinen Montierung um den Himmelsnordpol drehen, in der gleichen Geschwindigkeit, wie sich auch die Sterne drehen.

Das Ganze war nicht so einfach, denn einerseits lag das Gewicht der Foto-Ausrüstung an der oberen Grenze unserer kleinen Montierung vom Typ iOptron Skytracker Pro und andererseits war die anschliessende Bildbearbeitung mit unserem für diesen Zweck eher leistungsschwachen Notebook eine Herausforderung, allein das Zusammenfügen der Bilder dauert jeweils über 3 Minuten… Doch es war vor allem auch ein Test um zu schauen, ob diese Art von Astrofotografie mit unserer Ausrüstung überhaupt möglich wäre. Das Resultat war grundsätzlich positiv, Optimierungen wären möglich:

  • Für ein wirklich gutes End-Foto wäre noch mehr Licht notwendig, als die jetzt gemachten 30 Bilder à 90 Sekunden, d.h. noch mehr Bilder, wenn möglich noch etwas längere Verschlusszeiten und z.Bsp. ein lichtstärkeres Objektiv;
  • Das verwendete Sigma Art 24-105mm / F4 Zoomobjektivs zeigte an den Rändern eine sehr starke Vignettierung (Abdunkelung) und die Sterne wurden dort auch sehr stark verzogen, was auf einen Koma-Fehler des Objektivs hinweist. In der Alltagsfotografie beides kein Problem, bei den Sternen fallen diese Punkte aber negativ auf, eine Festbrennweite wäre sicher besser;
  • Damit die schwachen rötlichen Nebel besser hervortreten, sie strahlen teilweise im leicht infraroten Bereich, wäre das Ersetzen des IR-Sperrfilters vor dem Sensor der Kamera notwendig;

Und folgend nun das Resultat: Im Bild unten rechts sieht man den Orion-Nebel (weisser Fleck mit violettem Rand), das violette Fleckchen etwa einen Zentimeter links davon ist der Pferdekopfnebel und noch etwas weiter links, der braune Fleck, ist der Flammennebel.

Um den Stern Deneb im Sternbild Schwan hat es wie weiter oben erwähnt den violett-rötlich schimmernden Nordamerika-Nebel sowie weitere solche farbigen Gebiete. Diese versuchten wir auch noch zu fotografieren, doch waren die Aufnahmen zu wenig kontrastreich, d.h. zu wenig lang belichtet als dass man ohne viel Fantasie viel sehen würde. Mit unserer grossen Astro-Ausrüstung haben wir diese bereits einmal fotografiert, das ist hier zu sehen: Astrofotografie, entdeckt am Himmel – bvision – Bolligers Visionen

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