Vorbereitungen für Nordamerika ab 2022: Revisionsarbeiten und Optimierungen am Bimobil EX366 und unserer Ausrüstung

Neues Abdichten von Dachluken und Fenstern

Im Herbst 2019 leckte unser Midi-Heki, das uns Tartaruga darauf rasch neu abdichtete.
Sie erklärten uns aber auch, dass diese Abdichtung regelmässig neu gemacht werden müsse, das Material verschleisse relativ rasch an der Sonne. Als Vorbereitung für unsere Nordamerika-Reise haben wir nun Tartaruga beauftragt, auch die übrigen beiden Dachluken neu einzudichten. Allerdings habe ich entdeckt, dass die Luke über dem Bad einen ähnlichen Riss hat wie das Midi-Heki und die weisse Haube des Fantastic-Vent sogar an jener Stelle, wo es eine (jetzt rostige) Schraube hat, eingerissen war. Da wir mit dem Fantastic-Vent sowieso nicht zufrieden sind, ersetzen wir dieses nun gegen eine normale Dachhaube, eine gleiche wie im Bad und auch diese wird gleich komplett ersetzt.

Kurz nachdem wir Tartaruga den Auftrag gaben und einen Termin vereinbarten, begann es durch die Luke im Bad bei Regen rein zu tropfen…

Tartaruga empfahl uns weiter, auch die Fenster am Aufbau aussen zusätzlich abzudichten. Sie sprechen von einer 3/4 Abdichtung, d.h. sie fügen oben und auf den beiden Seiten je eine zusätzliche Dichtfuge ein. Dies haben wir nun ebenfalls in Auftrag gegeben.

Risse in der Duschwanne

Beim Reinigen des Bades viel uns schon vor einiger Zeit auf, dass es in der Duschwanne um den Ablauf herum einen feinen Riss hat. Dieser hat sich im Laufe der Zeit ein wenig verlängert und auf der andern Seite des Ablaufes hat sich ebenfalls einer gebildet. Sie scheinen bis jetzt dicht zu sein, denn würde Wasser durchsickern, so müsste dies irgendwo im Aufbau wieder rausfliessen. Aber nach dem Duschen ist es überall dicht.

Als wir in Badajoz Ursula und Markus mit ihrem grossen Wohnmobil wieder trafen und sie uns ebenfalls von einem Riss in ihrer Duschwanne erzählten, dieser sich ebenfalls um den Ablauf herum befände und er nun undicht sei, begannen wir uns schon etwas sorgen zu machen und hofften, dass unsere Wanne dicht bleiben würde.

feine Risse in der Duschwanne um den Ablauf herum

Später trafen wir dann Catherine und Patrick mit ihrem relativ neuen Bimobil EX366. Dort stellte ich fest, dass Bimobil nun Stahlwannen einbaut, scheinbar kommt dieses Problem der Haarrisse immer mal wieder vor.

Als Optimierung / Vorbereitung für unsere Nordamerikareise haben wir nun Tartaruga beauftragt, unsere angeschlagene Kunststoffwanne gegen eine neue aus Stahl zu ersetzen. Es wäre nämlich sehr doof, wenn die in Nordamerika plötzlich undicht würde.

Bergeöse vorne

Fuhren wir uns auf unserer Marokko-Tour im 2017 fest, musste der Abschleppgurt jeweils am einschraubbaren Original-Abschlepphaken befestigt werden, was uns bei den doch recht grossen Kräften nie so ganz geheuer war. Eine stabile Bergeöse stand deshalb schon lange auf unserer Einkaufsliste. Für unsere weiteren Reisen mit Jupi haben wir nun eine solche bei Tartaruga bestellt.
(jeweils aufs Bild klicken, damit es grösser und schärfer wird)

Für hinten haben wir eine andere Lösung: Hier befestigen wir einen kurzen Stropp um die Befestigung von Heckunterfahrschutz und Chassis-Rahmen und verbinden das Ganze mit einem Textilschäkel und dem Abschlepp-Band. Eine noch bessere Lösung bietet Tartaruga mit ihrem optimierten Unterfahrschutz, der zwei integrierte Bergeösen hat, siehe am Ende der folgenden Bildergalerie.

Motor-Elektronik, Euro 6 und AdBlue

Bereits auf unserer Russland-Mongolei-Mittelasien – Reise von 2019 war eine der zentralen Frage: Funktioniert eine solche Fernreise mit Euro 6, Dieselpartikelfilter und AdBlue? Ist der Diesel genügend sauber, d.h. genügend schwefelarm oder verstopft der Dieselpartikelfilter plötzlich, sollte er sogar ausgebaut werden?
Wie bereits früher beschrieben, tankten wir den Diesel während dieser Reise nur bei den grossen Ketten, bekamen fast überall AdBlue und hatten nie Probleme mit der Elektronik der Motor-Steuerung oder dem Dieselpartikelfilter. Der Dieselpartikelfilter bei unserem Sprinter Euro 6 – Motor ist sogar gröber als derjenige von Euro 5 Motoren vom Sprinter und damit auch weniger anfällig auf Verstopfung, bei Fiat ist dies aber z.Bsp. gerade umgekehrt.

AdBlue gibt es in Nordamerika unter dem Namen Diesel Exhaust Fluid (DEF) zu kaufen

Motor-Optimierung für Fernreise

Wir haben uns 2019 trotzdem vorbereitet und bei Markus Gruse von O-M Technik vor unserer Mongolei-Reise eine sogenannte Kennfeldoptimierung der Motorsteuerung durchführen lassen, denn unser Motor wird von Mercedes nicht nur im Sprinter verbaut sondern auch in Personenwagen. Weiter ist die Motorsteuerung nur für Höhen bis zu 2’500müM ausgelegt. Wir haben nun drei verschiedene Dateien, mit denen wir die Motorsteuerung betreiben können:

  • Originalzustand, welchen wir in Europa benutzen;
  • Fernreiseversion 1: Läuft auch in Höhen über 2’500m einwandfrei, was wir bestätigen können, waren wir doch bis auf 4’000m unterwegs; Verbesserung von Spritverbrauch und Leistung;
  • Fernreiseversion 2: wie Fernreiseversion 1, aber zusätzlich sind alle AdBlue-Sensoren und die Abgasrückführung ausgeschaltet und man hat die Möglichkeit AdBlue ganz abzuschalten. Mit diesen Anpassungen darf man in Europa nicht mehr fahren; diese Version benutzten wir ab Russland, haben allerdings AdBlue nie abgeschaltet, da es immer erhältlich war;

Wichtig: Durch diese Optimierungen verliert man die Mercedes Garantie auf den Motor.

Weiter haben wir noch einen zusätzlichen Dieselfilter mit Wasserabscheider in die Dieselleitung einbauen lassen, da man an denjenigen von Mercedes nur sehr schlecht rankommt (liegt unter dem Luftfilter versteckt).

Wir haben von Markus Gruse zwei Geräte erhalten:

  • Eines für das Einspielen und Auslesen der Dateien für die Motorsteuerung
  • Eines für das Auslesen und Quittieren von Fehlercodes.

Während wir das erste schon mehrmals benutzten, hatten wir noch nie einen Fehlercode zum Auslesen und Quittieren.

Markus Gruse betreibt seit 2021 auch im Kanton Schaffhausen, in der deutschen Enklave Büsingen, eine Werkstatt und firmiert unter dem Namen O-M Technik. Auch in Kanada hat er eine Adresse, da er dort regelmässig in offiziellem Auftrag von Mercedes und Co. die Motorsteuerung von europäischen Fahrzeugen für den nordamerikanischen Markt anpassen muss. Seine Internetadresse lautet: www.offroad-motorhomes.services

Ersatzteile Mercedes für Fernreise

Der Mercedes Sprinter wird zwar in Nordamerika auch vertrieben, doch ist nicht alles genau gleich, unter anderem wird dort nur der 3Liter Motor verwendet. Markus Gruse und Mercedes-Benz empfahlen uns folgende Materialien und Informationen für unsere Nordamerikareise mitzunehmen:

  • Luftmassenmesser
  • Ölfilter
  • Keilriemen
  • Luftfilter
  • Ersatzscheibenwischerblätter
  • Kenntnisse über genaue Motoren-/Getriebeöl-Bezeichnung für unser Fahrzeug in den USA sowie die genauen Füllmengen

Höherlegung der Achsentlüftungen?

Ebenfalls auf unserer To-Do Liste stand die Höherlegung der Achsentlüftungen, also von Differential und Verteilergetriebe. Ich befürchtete beim Durchqueren von Gewässern oft, dass etwas (Spritz-) Wasser über die Entlüftungsschläuche reinfliessen und dort das Öl verschmutzen könnte. Eine Höherlegung dieser Schläuche bis in den Motorraum würde uns von dieser Sorge entheben, so meine Vorstellung, und deshalb bestellten wir auch diese Optimierung bei Tartaruga.

Doch der Werkstattchef rief uns an und riet uns davon ab, denn dies sei kein «Rundum-Sorglospaket», wie wir uns erhoffen würden. Die Schläuche der Achsentlüftung seien schon jetzt in den Rahmen geführt und damit da Wasser reinkomme, müsse deshalb zuerst der Rahmen geflutet sein. Selbst eine 30 sekündige Durchfahrt durch ein tiefes Gewässer, wo das Wasser kurzzeitig bis zur Motorhaube komme, würde den Rahmen aber nicht fluten, da passiere nichts. Sei jemand aber z.Bsp. drei Monate in Island mit vielen Flussdurchquerungen, empfehle er sowieso, danach die Öle von Verteilergetriebe und Differential zu wechseln und die Wellendichtungen (Simmerringe) genau zu kontrollieren.

Verlängere man nun die Entlüftungsschläuche um mehrere Meter in den Motorraum fliesse die Luft nicht mehr so gut zur Achsentlüftung, längerer Schlauchweg gleich mehr Widerstand.

Fahre man mit heissem Verteilergetriebe und Differential in ein Gewässer, entstehe dort sofort Unterdruck und die Luft will nachfliessen, nimmt aber möglicherweise den Weg über die Simmerringe und zieht dort Wasser rein (mit oder ohne Höherlegung der Achsentlüftung). Da man jetzt aber meine, man habe ein Sorglospaket, mache man nichts und langsam werden nun diverse Teile angegriffen und ev. entstehe ein grösserer Schaden, die Simmerringe lecken etc. Deshalb müssten auch bei höhergelegter Achsentlüftung nach 3 Monaten Island die Öle gewechselt und die Wellendichtungen kontrolliert werden. Beim Sprinter hätten sie noch nie Probleme gehabt, bei andern Marken aber schon.

Aus diesem Grund verzichten wir nun auf die Höherlegung der Achsentlüftung, da wir nicht vorhaben, über längere und tiefe Strecken zu furten.

Sandboards Tred Pro

Da wir anfangs 2021 davon ausgingen, dass wir spätestens in der zweiten Jahreshälfte eine neue Fernreise starten würden, haben wir uns im Frühling ein Paar Kunststoff-Sandbleche gekauft (auch Sandboards oder Bergehilfen genannt). Für unsere Anforderungen kamen drei Produkte in die engere Auswahl:

  • MaxTrax MK2
  • Tred Pro
  • Uniko 6in1 Faltrampe

Die beiden ersten Sandboards stammen aus Australien und kommen in den Tests bei Offroadern sehr gut weg, mit leichtem Vorteil für das MaxTrax MK2. Zum Multitalent Uniko 6in1 Faltrampe (zusammenklappbare Auffahrtskeile und Sandblech in einem) fanden wir leider fast nur Tests als Auffahrkeil und praktisch keine als Sandblech, auch sind die Teile schwer. Aus diesen Gründen verfolgten wir das eigentlich interessante Produkt nicht mehr weiter.

Aus Preisgründen haben wir uns schlussendlich für das Tred Pro entschieden, auch konnten wir es problemlos und recht günstig in der Schweiz kaufen (4Wheel Adventures in Schenkon/LU). Der Verkäufer empfahl uns, beim Gebrauch an die Sandboards noch eine lange Leine zu binden und das andere Ende ans Fahrzeug, damit man sie wieder findet. Gerade im Sand und im Schlamm würden sie oft in der Tiefe versinken und seien dann schwer zu orten. Bis jetzt kamen unsere Tred Pro noch nicht zum Einsatz.

Befestigt haben wir die beiden grauen Sandboards an einem Alu-Riffelbelch (vom Bauhaus), welches wir am Heck an unsere Airlineschienen montiert haben. Dabei haben wir die Sandboards mit selbsthemmenden Muttern gesichert. Ob wir noch ein Schloss montieren, wissen wir noch nicht, denn schon die Muttern zu lösen ist nicht einfach. Da die Muttern in einer Vertiefung liegen, kommt man mit einem normalen Gabelschlüssel fast nicht ran, es braucht einen speziellen Steckschlüssel. Die oberste Schraube liegt so hoch, dass ich gerade noch ohne Leiter hinkomme.

Neue Wasserkanister mit Weithals

Bis jetzt hatten wir je einen 12 und 20 Liter Faltkanister im Einsatz, doch sie waren beide an den Faltstellen schon mehrmals undicht. Mit dem Feueranzünder schweisste ich sie jeweils wieder zusammen, indem ich erhitzten Plastik von einer anderen Stelle am Kanister über die undichte Stelle tropfte. Doch nach dem Frühling hatten beide wieder mehrere kleine Löcher an den Faltstellen, wir haben sie wohl einfach zu viel im Einsatz, denn wir benutzen nicht nur Stellplätze und so gibt es immer wieder Wasserstellen, wo man nur mit Kanister Wasser tanken kann.

Im Hinblick auf unsere Nordamerikareise beschlossen wir deshalb, neue, stabilere Wasserkanister zu beschaffen. Da der Einfüllstutzen für Frischwasser beim Bimobil EX366 relativ hoch liegt, ist es jeweils recht schwer, 20 Liter so hoch zu heben, deshalb suchten wir nach etwas kleinerem.

Wir kauften zwei schöne grünblaue feste Wasserkanister vom Typ SAFARI bei Campingprofi in Dietikon. Beide waren aber schon beim ersten Testeinsatz an der integrierten Luftöffnung undicht und wir gaben sie wieder zurück resp. tauschten sie. Wir erstanden zwei weisse 16 Liter Kanister mit einer sogenannten Weithalsöffnung (ca. 90mm Durchmesser). Allerdings funktioniert das Leeren in den Wassertank ohne zusätzliche Luftöffnung nicht wirklich. Im Gegensatz zu den Faltkanistern, die sich beim Entleeren langsam zusammen ziehen, bleiben die neuen fest und es fliesst immer weniger Wasser raus und erst mit der zusätzlich eingebauten (dichten) Entlüftung funktioniert das Tanken problemlos. Die grosse Öffnung des Kanisters hat noch den Vorteil, dass wir dort die Tauchpumpe für unsere Backup-Dusche reinschieben können (siehe Abschnitt zur defekten Heizung im «Bimobil EX366 – Erfahrungen, Defekte und Abnützungen im 2021»).

Neue Pfannen

Wir benutzen seit vielen Jahren ein Pfannenset von Ballarini für Wohnmobile. Alle Pfannen sind mit PTFE (Teflon) beschichtet, so dass fast nichts anbrennt und sie sich gut reinigen lassen. Die Pfannen sind sehr leicht und sehr gut stapelbar, weil die Griffe heruntergeklappt werden können. Doch dies ist leider auch der Schwachpunkt, die Klappgriffe funktionieren nicht immer, manchmal klemmen sie oder rasten nicht mehr richtig ein. Wir haben nach unserer Rückkehr von der Mongolei-Reise die kleinste Pfanne ersetzt, doch schon nach kurzer Zeit klemmte der Griff wieder. Da nun bei fast allen Pfannen auch der Teflon-Belag arg zerkratzt war, haben wir die zwei kleinen Pfannen sowie die Bratpfanne ersetzt, alle nun mit fixen Griffen. Zum Verstauen finden die Pfannen im Backofen immer noch genügend Platz.

Bei den Pfannen handelt es sich um die Serie Smart & Compact von Kuhn-Rikon, sie haben einen Silikon-Deckel mit Magnet, den man auch als Untersatz benutzen kann und der beim Verstauen unter der Pfanne sitzt und deshalb keinen zusätzlichen Platz benötigt. Da sie weder Klappgriffe noch einen Teflon-Belag haben, hoffen wir, dass sie langlebiger sind. Bei der Bratpfanne sind wir dem Hersteller Ballarini treu geblieben und haben jetzt eine 24cm grosse von der Serie Granitium mit einer Teflon-Keramik-Beschichtung gewählt.

Navigation mit Locus Map 4 statt Garmin Nüvi

Auch als Vorbereitung auf unsere nächste Fernreise navigieren wir seit dem Sommer 2021 ausschliesslich mit Locus Map 4 (kostenpflichtige Gold-Version) auf unseren Android-Geräten. Bisher benutzten wir Locus Map nur für die Planung und übertrugen die Route via Basecamp auf dem Laptop dann aufs Garmin Nüvi, was aber mühsam ist.

Für unser 10″ Tablet hatten wir Ende Frühling eine entsprechende Halterung bei Amazon gekauft, dies auf Empfehlung von Aline und Christian. Obwohl die Halterung keine 20 Euro kostete, hält das Ding überraschend gut, selbst im Offroad-Einsatz, d.h. auf unbefestigten Wegen (mit vielen Schlaglöchern) und Kiesstrassen.

Erfahrung Locus Map 4 für Strassennavigation (funktioniert nur für Android-Geräte)

  • Absolut top finden wir bei Locus Map nach wie vor, wie einfach man von Hand eine Route erstellen kann. Auch diese zu ändern funktioniert meistens problemlos. In seltenen Fällen kam es allerdings vor, dass wir partout nicht in den Überarbeitungsmodus kamen.
  • Ausser für das einmalige Runterladen von Karten muss man nie online sein, d.h. die ganze Planung und auch das Abfahren einer Route benötigt keine Internetverbindung.
  • Auch die Übersicht der Karten (OpenStreetMap oder Locus Map) ist massiv viel besser als von Garmin oder TomTom. Man erkennt die Strassenqualität viel besser, z.Bsp. ob es sich um eine Hauptstrasse handelt (gelb, rot, orange) oder um eine Nebenstrasse (weiss). Auch sind Velo- und Wanderwege drauf, das fehlt alles bei den Autonavis.
  • Das automatische Routing ist ähnlich wie dasjenige von Garmin, auch Locus Map versucht immer wieder, mit unnötigen Abkürzungen in Ortschaften durch Quartierstrassen, aber auch Ausserorts über weisse Nebenstrassen einige Meter zu gewinnen. Es ist deshalb sehr wichtig, die Route vor dem Befahren immer zu kontrollieren, was mit Locus Map auf dem 10″ grossen Tablet viel einfacher ist, als mit dem 5″ kleinen Garmin Nüvi oder auf dem Smartphone.
  • Die Zielführung, also die Ansage der Route per Sprache, ist der absolut schwächste Teil von Locus Map. Hier werden immer wieder Abzweigungen vergessen oder in Kreiseln wird die falsche Ausfahrt angesagt, obwohl auf der Karte alles richtig eingezeichnet ist. Mehrmals kam es auch vor, dass bei einer Abzweigung links gesagt wird, obwohl man rechts abzweigen musste. Ich habe keine Ahnung, warum dies nicht richtig funktioniert. Während dies über Land und durch kleine Ortschaften meist kein Problem ist, ist es durch Städte und bei komplizierten Autobahnkreuzungen schlicht nicht brauchbar, mehrmals sind wir deswegen falsch gefahren.
  • Auch schlecht ist die Zielführung, wenn wir die Route für eine Velotour auf dem Tablet planten und dann die GPX-Datei aufs Handy kopierten. So wird zusätzlich noch jede dritte Kurve angesagt, allerdings ohne jede Logik, also nicht nur die engen Kurven auch sehr weite und auch wenn es weit und breit keine Abzweigung hatte.
  • Wir haben dann eine Zeitlang noch die App von TomTom getestet. Hier ist die Zielführung absolut top, auch die Vorhersage von Staus oder Baustellen ist genial respektiv deren Umfahrung, man muss jedoch dafür online sein. Aber das Routing ist aus unserer Sicht resp. für unsere Bedürfnisse eine Katastrophe und das Ändern einer bestehenden Route ist so etwas von unmöglich, wenn man Locus Map kennt. Da es auch nicht möglich ist, ohne Internet eine GPX-Datei, also eine mit Locus Map erstellte Route, in die TomTom App zu importieren, haben wir diese App wieder gelöscht und den Test abgebrochen.
  • Qualität OpenStreetMap-Karten (unabhängig von Locus Map): In der Schweiz und auch in Frankreich sind diese Gratis-Karten sehr komplett, selten fehlt da mal etwas. In Spanien dagegen fehlten sehr viele Nebenstrassen, ebenso Fuss- und Wanderwege. Für die Fahrten mit Jupi war dies kein Problem, eher beim Planen von Velotouren, Joggingstrecken oder Wanderungen. Am Anfang habe ich jeweils die von uns begangenen und fehlenden Wege auf OpenStreetMap ergänzt, doch mit der Zeit wurde es mir zuviel. Ich entdeckte aber auch, dass man in Locus Map direkt die 25’000er Karten vom spanischen topografischen Amt (pendant zu SwissTopo) gratis herunterladen und benutzen kann, dort sind dann wieder alle Strassen und Wege drauf. Leider sind dies aber nur Rasterkarten, also gescannte Karten und keine Vektorkarten, deshalb kann darauf nicht wirklich eine Route geplant werden.

Fazit Locus Map (Gold) nach unserer Reise durch Frankreich und Spanien: Locus Map wurde vor allem für Velofahrer und Wanderer entwickelt, die Autofahrer kommen erst an zweiter Stelle (leider bis jetzt). Trotz den sehr schweren Defiziten in der Zielführung überwiegen für uns aber die Vorteile, insbesondere bei der Planung und Änderung von Routen. Fahren wir einmal durch eine komplizierte Stadt in Nordamerika, planen wir, zusätzlich Google Maps zu benutzen.

Wir haben unser Garmin Nüvi zwar noch, haben es jetzt aber nicht mehr eingesetzt.

WLAN oder Mobilfunk für das Internet?

Früher war ein WLAN erste Wahl, wenn wir in den Ferien ins Internet wollten. Eine der bekanntesten Anlaufstellen waren die McDonalds Restaurants mit einer meist sehr guten WLAN-Qualität. Wir haben deshalb für die Russland-Mongolei-Reise einen kleinen WLAN-Verstärker gekauft, den wir jeweils vor einem McDonalds oder andern Anbieter von WLANs auf das Dach legten und ihn dann per Kabel mit dem Laptop verbanden.

In der Zwischenzeit sind aber einerseits die Mobilfunktarife stark gesunken und andererseits die dazu erhältlichen Datenpakete viel grösser geworden. Schon auf unserer Russland-Mongolei-Mittelasien – Reise benutzten wir unseren WLAN-Verstärker nur selten, da das Mobilfunknetz (LTE) so gut war und die Tarife so günstig. Auch jetzt in Frankreich und Spanien benutzten wir fast ausschliesslich das Mobilfunknetz, die Abdeckung war vor allem in Frankreich auch ausserhalb von Ortschaften meist ausgezeichnet, in Spanien etwas weniger, aber immer noch gut.

Wie es wohl in den Weiten von Nordamerika der Fall sein wird? Die Mobilfunk-Abdeckung soll dort nicht so grandios sein wie bei uns, und dass die Tarife sehr hoch sind, entdeckt man bei einer Internet-Recherche recht schnell. Wenige GB an Daten kosten 30 – 50 Dollar pro Monat. Bettina und ich haben deshalb in der Zwischenzeit beide Schweizer Abos, bei denen das Roaming für Europa, Kanada und den USA inbegriffen ist und dies mit je 40GB Daten, das reichte bis jetzt immer. Bettina benutzt schon seit rund 2 Jahren Wingo (Swisscom), bei einer Aktion haben wir dann auf Wingo International gewechselt, ich habe am Black Friday zu Yallo Black (Sunrise) gewechselt. Beide Tarife sind normalerweise sehr hoch, doch es gibt regelmässig Aktionen (wie Black Friday) und wir bezahlen nun CHF 44.90 resp. CHF 24.– pro Monat. Gegenüber den aktuellen EU-Anbietern haben diese beiden Schweizer-Tarife noch den Vorteil, dass praktisch ganz Europa inbegriffen ist, also auch GB, Norwegen, Island, Andorra, Türkei etc. (Stand März 2022), aber die EU wird sicher noch aufholen.

Wir machten letztes Jahr auch bezüglich Handy-Provider die Erfahrung, dass es von grossem Vorteil ist, zwei unterschiedliche Provider zu benutzen, denn einmal hat der eine Provider ein besseres Signal (oder einen besseren Roaming-Partner), ein anderes Mal der andere.

Empfangsqualität

Der Aufbau der Kabine mit Alu-Wänden wie beim Bimobil dämpft den Empfang auf jeden Fall, draussen ist der Empfang deshalb immer stärker. Ich lege deshalb oft mein Handy direkt in das Rollo des Heki, dort oben ist der Empfang klar besser. Mit dem Handy als Hotspot haben wir dann ein gutes Signal, um mit Tablet, Laptop oder dem andern Handy surfen zu können.

Leider gibt es keine externe Smartphone-Antenne, die man auf das Dach montieren könnte. Es gibt nur die Möglichkeit, einen externen Verstärker für das Handy-Netz auf das Dach zu bauen. Diese sogenannten LTE-Router benötigen aber eine eigene SIM-Karte und das dauernde Wechseln der SIM-Karte finde ich sehr mühsam, deshalb ist dies für uns im Moment keine Option. Vielleicht wird es mit der eSIM in Zukunft mal einfacher, wer weiss.

Nicht alle Smartphones haben gleich gute Empfangseigenschaften. Es gibt zwar unzählige Tests zu Smartphones, doch die Empfangsqualität wird praktisch nie getestet, wohl weil es zu kompliziert ist. Es ist viel einfacher, die Qualität von Kamera, Lautsprecher oder die Leistung für Spiele zu messen oder über das Aussehen und die Griffigkeit zu schreiben. Eine löbliche Ausnahme ist die deutsche Zeitschrift Connect. Hier fiel uns vor allem die Absenz von iPhones bei den Top 30 auf, dabei wird dieses Gerät immer so gelobt. Schlussendlich ist auch der Kauf eines Smartphones immer ein Kompromiss zwischen vielen Eigenschaften und Wünschen. Das Gerät mit den besten Empfangseigenschaften hatte für mich starke Nachteile in andern Punkten, denn eine zu schlechte Kamera wollte ich nicht, 5G musste es auch haben und eben die eSIM sowie einen helle Anzeige wäre schon auch gut…

Die modernen Smartphones sind übrigens alle multifrequenzfähig und funktionieren in den USA, Kanada und Mexiko problemlos, auch wenn dort teilweise andere Frequenzen benutzt werden.

Netzspannung Nordamerika = 110 Volt – Trafo notwendig?

Während in Westeuropa, aber auch in Russland, der Mongolei, Mittelasien oder Afrika die Netzspannung überall 230 Volt beträgt, haben sie in Nordamerika nur 110 Volt. Da unser fest eingebautes Ladegerät für die Aufbaubatterie von Votronic aber auch mit 110V auskommt, brauchen wir keinen Transformator, um die Spannung zu wandeln, es lädt unsere Aufbaubatterie auch mit 110V und über den Inverter können wir dann, falls notwendig, 230V erzeugen. Wir brauchen einzig einen entsprechenden amerikanischen Stecker für die dortigen Campingplätze, welchen wir dann dort kaufen, wenn es soweit ist. Da wir aber am Anfang sehr viel fahren werden, benötigen wir wahrscheinlich in Kanada gar nie Landanschluss zum Laden.

Link zur Übersicht: Bimobil EX366 Erfahrungen nach 95’000km

Link zum Teil 1: Bimobil EX366 – Erfahrungen, Defekte und Abnützungen im 2021

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2 Antworten

  1. Roger sagt:

    Hallo zusammen. Ich verfolge euren Blog mit grossem Interesse und bin gespannt auf eure Erlebnisse in Nordamerika. Wisst ihr ungefähr wieviel schwerer das für Nordamerika reisefertige Wohnmobil im Vergleich zum Leergewicht ist? Habt ihr noch etwas Gewichtsreserven? Gruss Roger

    • bvision sagt:

      Hallo Roger
      Merci für dein Interesse. Wir haben Jupi nicht gewogen, deshalb kann ich es nicht genau sagen. Wir haben auf der einen Seite kein zweites Reserverad dabei (-25kg), dafür zwei Sandboards (+5kg). Im 2017 betrug das gewogene Leergewicht 3090 kg, d.h. alle Tanks voll, plus 70kg Fahrer dazu gerechnet, aber sonst noch nichts drin und ohne Unterfahrschutz.
      Ich hoffe, diese Angaben helfen dir weiter, sonst einfach weiter fragen.
      Beste Grüsse
      Reto

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